Wirtschaft

Sinkende Preise in der Krise Griechen erleben Deflation

Die Rezession in Griechenland bringt ein weiteres Ergebnis. Erstmals seit 45 Jahren herrscht in dem südeuropäischen Land Deflation. 1968 herrschte dort eine Militärdiktatur. Experten erwarten, dass die Phase sinkender Preise für den Rest des Jahres anhalten wird.

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Die Abwärtsspirale ist nicht ungefährlich.

(Foto: dpa)

Im Strudel der tiefen Rezession kehrt erstmals seit 1968 die D eflation nach Griechenland zurück. Die Preise für Waren und Dienstleistungen lagen im März durchschnittlich um 0,2 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das nationale Statistikamt Elstat in Athen mitteilte. "Die Deflationsentwicklung dürfte für den Rest des Jahres anhalten und die äußerst schwachen verfügbaren Einkommen etwas stützen", sagte Ökonom Platon Monokroussos von der Eurobank.

Eine Abwärtsspirale mit sinkenden Preisen auf breiter Front gilt allerdings als gefährlich. Denn die Verbraucher setzen darauf, dass die Waren immer günstiger werden und halten sich mit ihren Ausgaben zurück. Die Firmen bleiben auf ihren Produkten sitzen und müssen letztlich Mitarbeiter entlassen, was den Konsum weiter drückt. Japan etwa kommt seit fast zwei Jahrzehnten nicht aus der Deflation heraus. Deshalb will die japanische Notenbank nun mit einer Geldflut gegensteuern.

Griechenland hängt seit 2010 am Finanztropf seiner Euro-Partner und des Internationalen Währungsfonds (IWF). Der Mittelmeerstaat steckt tief in der Schuldenkrise und durchlebt das sechste Rezessionsjahr in Folge.

Die griechische Wirtschaft tut sich schwer wieder auf die Beine zu kommen. Nicht zuletzt der heftige Sparkurs bremst die Konjunktur kurzfristig. Dies zeigen die Daten zur Industrieproduktion, die im Februar binnen Jahresfrist um 3,9 Prozent einbrach. Bereits im Januar hatte es ein Minus von 4,2 Prozent gegeben.

Quelle: n-tv.de, rts