Wirtschaft

Athens Finanzprobleme wachsen Griechenland herabgestuft

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Griechenlands Staatshaushalt bröckelt.

(Foto: Reuters)

Die Ratingagentur Fitch hat die Kreditwürdigkeit von Griechenland herabgestuft. Der mittelfristige Ausblick für die Entwicklung der Staatsfinanzen mache Sorgen, hieß es zur Begründung. Erstmals seit zehn Jahren wird der Euro-Staat damit nicht mehr als sogenanntes A-Land eingestuft, das Rating sank von "A-" auf "BBB+". Zum Vergleich: Top-Schuldner wie die Bundesrepublik Deutschland haben mit "AAA" das beste Rating.

Der Ausblick für Griechenland sei negativ, hieß es weiter. Auch eine weitere Herabstufung sei möglich. Der Ausblick könne auf stabil angehoben werden, wenn die Regierung sich zu deutlichen politischen Maßnahmen entschließe. Die Nachrichten schickten Athens Börser weiter auf Talfahrt. Der Euro baute seine Verluste ebenfalls aus.

Teurer Schuldendienst

Das finanziell angeschlagene Land muss den Gläubigern seiner Staatsanleihen immer höhere Renditen zahlen, da der Risikoaufschlag im Vergleich zu deutschen Bundesanleihen, die am Finanzmarkt als Gradmesser angesehen werden, wegen der steigenden Staatsschuld immer höher wird. Am Montag war der Risikoaufschlag in der Spitze auf mehr als 200 Basispunkte gestiegen.

Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte bereits am Montag angekündigt, die Einstufung Griechenlands von "A-" überprüfen zu wollen. Die Agentur bemängelte, dass die von der neuen Regierung vorgelegten Pläne zur Haushaltskonsolidierung kaum zu einer nachhaltigen Reduzierung des Defizits und des öffentlichen Schuldendienstes führen würden. Außerdem stufte das Unternehmen bereits den Ausblick für die Bonitätsbewertungen des Landes zurück.

Griechenlands Finanzminister George Papaconstantinou kündigte nach der Herabstufung der Kreditwürdigkeit durch Fitch an, die Schulden "energisch" abzubauen. Die Regierung werde alles tun, was nötig sei, um das Haushaltsdefizit zu reduzieren. Die Entscheidung der Agentur zeige, dass es Griechenland an den Märkten an Glaubwürdigkeit fehle. Fitch habe allerdings die Initiativen der Regierung zur Stabilisierung der Finanzlage nicht umfassend berücksichtigt. Papaconstantinou kündigte Pläne an, Steuern auf einer breiteren Basis zu erheben und überflüssige Maßnahmen aus dem Staatsbudget zu streichen.

EZB in Sorge

Am Montag hatte sich EZB-Präsident Jean-Claude Trichet besorgt über die drastische Verschuldung Griechenlands geäußert und die Regierung in Athen zu strikter Haushaltsdisziplin aufgefordert. "Die Situation in Griechenland ist sehr schwierig", sagte der Chef der Europäischen Zentralbank Der griechische Finanzminister Giorgos Papakonstantinou hatte unlängst erklärt, das Staatsdefizit werde in diesem Jahr nicht wie prognostiziert sechs Prozent betragen, sondern auf 12,7 Prozent hochschnellen. Der Euro-Stabilitätspakt schreibt eine Defizitgrenze von maximal drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes vor. In den kommenden Jahren werden wegen der teueren Maßnahmen gegen die Krise viele Länder diese Latte reißen.

Zudem senkte S&P den Ausblick für die Bonitätsnote Portugals wegen der sich verschlechternden öffentlichen Finanzen auf "negativ" von zuvor "stabil". Es bestehe eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass das Rating von "A+" im kommenden Jahr zurückgenommen werde, kündigte S&P an.

Quelle: ntv.de, rts/DJ