Wirtschaft

Milliardenloch muss gestopft werden Griechenland will den "Roll-Over"

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Griechenland will in der zweiten Jahreshälfte 2014 an den Finanzmarkt zurück. Bis dahin sind noch eine Wendungen in der Schuldenkrise möglich.

(Foto: REUTERS)

Griechenland kämpft 2014 nach Schätzung der EU-Kommission und des IWF mit einer Finanzierungslücke von bis zu 4,4 Milliarden Euro. Indem auslaufende Staatsanleihen durch länger laufende Bonds ersetzt werden, soll sie geschlossen werden. Allerdings kommt es 2015 noch dicker.

Vor der geplanten Rückkehr an den Kapitalmarkt will Griechenland Anfang 2014 Finanzierungslöcher mit dem Strecken von Schulden stopfen. Das in einer tiefen Rezession steckende Euro-Land erwägt, mit einem sogenannten Roll-Over im März auslaufende Anleihen im Umfang von 4,5 Milliarden Euro durch Bonds mit längerer Laufzeit zu ersetzen. Dies sagte Finanzminister Yannis Stournaras der Zeitung "Naftemporiki". Der Staat hatte die Papiere 2009 und damit vor Beginn der Rettungsprogramme aufgelegt, um klamme Banken mit Liquidität zu versorgen und im Gegenzug Vorzugsaktien dafür erhalten. Griechenland wird seit 2010 von seinen Euro-Partnern und dem IWF mit rund 240 Milliarden Euro über Wasser gehalten und will in der zweiten Hälfte 2014 den Kapitalmarkt wieder anzapfen.

EZB-Direktor Jörg Asmussen erteilte zugleich der Hoffnung Griechenlands auf einen Roll-Over von Staatsanleihen im Bestand der EZB und der nationalen Notenbanken eine klare Absage: "Das käme einer monetären Staatsfinanzierung gleich", betonte Asmussen in Luxemburg. Das aber ist der EZB laut EU-Vertrag verboten.

Für das kommende Jahr klafft nach Schätzung der EU-Kommission und des IWF aber noch eine Finanzierungslücke von 3,8 bis 4,4 Milliarden Euro. Mit dem Roll-Over sieht sich Griechenland dafür gut gewappnet: "Das bedeutet, dass wir damit einen Großteil der Finanzierungslücke schließen", sagte Stournaras. Doch Griechenland muss für 2015 mit einer weiteren Lücke von bis zu rund 7 Milliarden Euro rechnen.

Griechenland-Bonds von 19 Milliarden Euro

Die EZB und die nationalen Notenbanken halten griechische Staatsanleihen im Nominalwert von 19 Milliarden Euro - Papiere im Wert von 10 Milliarden Euro laufen im nächsten Jahr aus. Stournaras verwies gegenüber der Zeitung auf eine grundsätzliche Bereitschaft der Notenbanken, für diese Anleihen ein Roll-Over zu akzeptieren. Bislang sei diese Absicht aber nicht in die Tat umgesetzt worden. "Falls die Notenbanken es nicht tun wollen, weil sie es für monetäre Staatsfinanzierung halten, müssen sie sich gleichwertige Maßnahmen einfallen lassen", forderte der Minister.

Laut Asmussen ist es "weder für die EZB noch für das Eurosystem als Ganzes" möglich, ein solches Roll-Over vorzunehmen. Das Eurosystem besteht aus der EZB und den nationalen Zentralbanken der Länder, die den Euro eingeführt haben.

Quelle: ntv.de, rts