Wirtschaft

Billige Schiffe für den Aufschwung Griechische Reeder kaufwütig

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Schiffe sind in Griechenland begehrt wie lange nicht mehr.

(Foto: Reuters)

Griechische Reeder kaufen trotz der weltweiten Finanzkrise immer mehr Schiffe. Im vergangenen Jahr haben sie 164 Frachter und Tanker erworben. "Sie kaufen wie verrückt", hieß es in einem Kommentar des griechischen Rundfunks. Die Reeder sehen in der Krise eine große Chance, bald wieder Riesengewinne zu machen.

Wegen der Krise seien gebrauchte Schiffe bis zu 50 Prozent billiger als vor zwei Jahren, hieß es weiter. Die griechischen Reeder rechnen mit einem baldigen Aufschwung, der zu einer kräftigen Erhöhung der Transporte und entsprechenden Gewinnen führen werde.

Diese Nachricht ist ein Hoffnungsschimmer für Griechenland, das derzeit extrem unter der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise leidet. Nach den Worten von EZB-Direktoriumsmitglied Jürgen Stark kann das Land nicht auf die Hilfe der anderen EU-Staaten bauen. "Die Märkte täuschen sich, wenn sie davon ausgehen, dass andere Mitgliedsstaaten in ihre Brieftaschen greifen werden, um Griechenland zu retten", sagte Stark der italienischen Zeitung "Il Sole 24 Ore".

Die Verträge sehen laut Stark eine Nicht-Rettungs-Klausel vor, "und diese Regeln müssen eingehalten werden". Griechenland habe es in der Vergangenheit versäumt, seine öffentlichen Ausgaben zu kontrollieren oder seine Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen.

Hausaufgaben müssen gemacht werden

Das südeuropäische Land will unterdessen schneller als geplant wieder die Kriterien des EU-Stabilitätspakts erfüllen. Wie aus dem Finanzministerium in Athen verlautete, will das Land nun ab 2012 und damit ein Jahr früher als bislang angegeben das Defizit auf die europäische Grenze von drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) senken.

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Es gibt viel zu tun für Ministerpräsident Georgios Papandreou (rechts) und Finanzminister Giorgos Papakonstantinou.

(Foto: REUTERS)

Derzeit wird das Staatsdefizit auf 12,7 Prozent des BIP geschätzt. Griechenland häufte zudem rund 300 Milliarden Euro Verbindlichkeiten an, das ist der höchste Schuldenstand in der Geschichte des Landes. Im Etat für das gerade begonnene Jahr ist eine Verringerung des Defizits auf 9,1 Prozent vorgesehen. Griechenland war vor Weihnachten von einer schweren Finanzkrise erschüttert worden, die zusammen mit der Krise in Dubai für Turbulenzen auf den Weltmärkten sorgte. Die Kreditwürdigkeit Griechenlands wurde herabgestuft.

Das Land stand zudem wegen der Stabilität des Euro seit Anfang Dezember unter verstärkter Aufsicht der EU. Noch im Januar soll die griechische Regierung der EU-Kommission ihre Pläne für eine Stabilisierung der Finanzen vorlegen.

Quelle: ntv.de, wne/dpa/rts/AFP