Wirtschaft

Spanier hängen die Schweden ab H&M enttäuscht Analysten

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Die Konsumfreude der Deutschen scheint an der Mode aus Schweden vorbeizugehen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Das Geschäft mit der Mode schwankt nicht nur mit dem Geschmack der Massen. Steigende Rohstoffkosten zehren am Gewinn der textilen Einzelhandelsriesen. Der schwedische Mode-Konzern H&M bleibt mit einem Umsatzplus hinter den Erwartungen zurück. Der spanische Rivale Inditex dagegen holt weiter auf.

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Muss den Anteilseignern die Lage erklären: H&M-Chef Karl-Johan Persson (Archivbild).

(Foto: REUTERS)

Die schwedische Modekette Hennes & Mauritz hat trotz des Wirtschaftsaufschwungs auf ihrem wichtigsten Absatzmarkt Deutschland ein überraschend geringes Umsatzplus eingefahren. Im zweiten Quartal stiegen die Umsätze um 2 Prozent auf 27,6 Mrd. Kronen (3 Mrd. Euro), teilte der schwedische Konzern mit. Analysten hatten im Vorfeld mit 28,4 Mrd. Kronen gerechnet.

Vor allem die Zahlen aus dem Mai enttäuschten. Auf Basis vergleichbar gerechneter Umsätze fiel das Plus von 2 Prozent nicht einmal halb so hoch aus wie die erwartete Wachstumsrate von 5,4 Prozent. Anleger reagierten enttäuscht: Die Aktie büßte am Morgen in Stockholm zeitweise rund 2,5 Prozent ein.

Der Grund für die schwachen Ergebnisse aus Schweden liegt offenbar in der Konzernstrategie bei H&M. Die Konkurrenz schnitt im gleichen Zeitraum - zumindest beim Wachstum - deutlich besser ab. Der weltgrößte Mode-Einzelhändler Inditex konnte trotz der Krise im Heimatmarkt Spanien auf Grund der Verkaufserfolge in Schwellenländern seinen Gewinn kräftig steigern.

Wachstum in Asien und Osteuropa

Mit Modeketten wie Zara und Massimo Dutti fuhr der H&M-Rivale im ersten Quartal ein Gewinnplus von 10 Prozent auf 332 Mio. Euro ein. Der Umsatz stieg um 11 Prozent auf 2,96 Mrd. Euro. Damit blieb der spanische Konzern in absoluten Zahlen hinter dem Umsatz der Schweden zurück. Die Spanier verringerten allerdings ihre Abhängigkeit vom kriselnden Heimatmarkt durch den Ausbau des Geschäfts in Asien und Osteuropa. Hohe Baumwollpreise belasteten dagegen auch bei Inditex die Margen.

"Es gab keine positiven Überraschungen, was für Inditex ungewöhnlich ist, aber das sind unter den Umständen beruhigende und absolut gute Zahlen" sagte SocGen-Analystin Anne Critchlow. Künftig will Inditex das Geschäft über das Internet vorantreiben. In den USA soll "Zara online" im September an den Start gehen. Weitere Ketten werden in verschiedenen europäischen Ländern ins Netz wandern.

Quelle: ntv.de, rts

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