Wirtschaft

Waffen ja, Bestechung nein Heckler & Koch kontert Vorwurf

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Das G36 von Heckler & Koch wird auch bei der Bundeswehr eingesetzt.

(Foto: picture alliance / dpa)

In Mexiko tobt ein erbarmungsloser Drogenkrieg. Auch deutsche Waffen könnten dabei im Einsatz sein, denn von 2005 bis 2010 liefert Heckler & Koch Gewehre und Pistolen an das zentralamerikanische Land. Dabei sollen Bestechungsgelder geflossen sein, wie die Staatsanwaltschaft behauptet. Der Waffenkonzern weist den Vorwurf aber zurück.

Der Waffenhersteller Heckler & Koch hat nach den jüngsten Durchsuchungen durch die Staatsanwaltschaft den Vorwurf der Bestechung zurückgewiesen. Es seien Waffen nach Mexiko geliefert worden, aber keine Bestechungsgelder nach Mexiko geflossen, teilte das für seine Schnellfeuergewehre bekannte Unternehmen mit. Heckler & Koch kooperiere mit der Staatsanwaltschaft und sei überzeugt, dass sich der von der Staatsanwaltschaft erhobene Vorwurf der Bestechung von in Mexiko verantwortlichen Bestellern von Waffen als unbegründet herausstellen werde. "Es sind niemals Bestechungsgelder von Heckler & Koch in Mexiko bezahlt worden", hieß es einer Mitteilung.

Hauptzeuge der Staatsanwaltschaft sei ein ehemaliger Mitarbeiter von Heckler & Koch, der jetzt für ein Konkurrenzunternehmen in den USA tätig sei. Bei Heckler & Koch entstehe der Eindruck, dass "von interessierter Seite" eine "gezielte Diffamierungskampagne" im Gang sei.

Jahrelange Waffenlieferungen

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Handlich, leicht und zuverlässig: Die Maschinenpistole MP5 von Heckler & Koch.

(Foto: picture alliance / dpa)

Am Donnerstag hatten nach Angaben der Stuttgarter Staatsanwaltschaft rund 300 Polizisten bei Heckler & Koch den Firmensitz und Privaträume durchkämmt. Es bestehe der Verdacht, dass das Unternehmen in Mexiko Amtsträger durch Zuwendungen von Bargeld bestochen habe, um Lieferaufträge für Waffen zu erlangen, teilten die Ermittler mit. Auch in Deutschland könnte in diesem Zusammenhang Geld geflossen sein, wegen Bestechlichkeit der Amtsträger werde aber nicht ermittelt.

Heckler & Koch hatte in den Jahren 2005 bis 2010 Waffen nach Mexiko geliefert. Pistolen, Maschinenpistolen und Schnellfeuergewehre von Heckler & Koch sind bei Sicherheitskräften rund um die Welt sehr begehrt. Sie gelten als leicht, kompakt und zuverlässig. Diese Eigenschaften schützen die Waffen selbstverständlich nicht davor, unter Umständen auch in dunkle Kanäle zu gelangen.

Ermittlungen dauern an

Eine illegale Weitergabe einzelner Waffen nach einem ordnungsgemäßen Verkauf ist in Krisenregionen kaum noch kontrollierbar. Juristisch gesehen träfe Heckler & Koch in solchen Fällen keine Schuld. In Deutschland versuchen die

Bereits Ende 2010 hatte die Staatsanwaltschaft wegen dieser Geschäfte die Waffenschmiede wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Außenwirtschafts- und das Kriegswaffenkontrollgesetz durchsucht. Diese - von einem Buchautor ins Rollen gebrachten - Ermittlungen dauern noch an.

In Mexiko tobt ein erbitterter Drogenkrieg, der in den vergangenen Jahren mehr als 30.000 Menschen das Leben gekostet hat. Experten gehen davon aus, dass die Drogenbanden ihre Waffen vor allem aus den USA, zum Teil aber auch aus anderen Ländern beziehen.

Quelle: n-tv.de, AFP/rts