Wirtschaft

Globale Anti-Krisen-Abgabe IWF entwickelt Steuerplan

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Erstens bremsen, zweitens polstern: Dominique Strauss-Kahn.

(Foto: REUTERS)

IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn spricht sich für eine länderübergreifende Besteuerung von Finanzaktivitäten aus, um für künftige Krisen besser gewappnet zu sein.

Im April wolle der Internationale Währungsfonds (IWF) den G20-Staaten einen konkreten Vorschlag dazu machen, sagte Strauss-Kahn der österreichischen Tageszeitung "Der Standard".

"Eine Besteuerung ist aus zwei Gründen notwendig: Erstens, um den Finanzsektor dazu zu bekommen, weniger Risiken einzugehen. Zweitens, um Geld für künftige Krisen zu bekommen", erklärte Strauss-Kahn.

Neue Regulierungen alleine reichen nach Ansicht des IWF-Chefs nicht aus, um eine künftige Krise zu verhindern. "Wir haben diesmal gesehen, dass viele Länder nur zögerlich Kapital zur Verfügung gestellt haben. Ich mutmaße, dass es bei einer weiteren Krise fast unmöglich sein wird, Kapital von den Regierungen zu bekommen, um den Bankensektor zu retten. Eine Steuer, um dieses Geld aufzubringen, ist also eine Idee", sagte Strauss-Kahn.

Im Mai sollen in Berlin Vertreter der Industrie- und Schwellenländer (G20) zusammentreffen, um die Weichen für eine international abgestimmte Strategie zur Banken-Regulierung zu stellen.

Entwarnung für Osteuropa

Von Österreichs Banken geht unterdessen Strauss-Kahn zufolge kein großes Risiko mehr für die Stabilität aus. "Es gibt Banken, in denen die Belastungstest gezeigt haben, dass die Kapitaldecke im Falle neuer Schocks sehr dünn sein würde", sagte er.

"Aber ich würde sagen, es geht von den österreichischen Banken keine große Gefahr mehr aus. Das hätte ich vor einem Jahr nicht gesagt", fügte er an.

Die österreichischen Banken Erste Group Bank und Raiffeisen International gehören zu den größten Kreditgebern in der von der Wirtschaftskrise schwer gebeutelten Region Osteuropa.

Quelle: n-tv.de, rts

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