Wirtschaft

Chips für den Personalausweis Infineon beliefert Berlin

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Der Innenminister hat ihn schon: Der Ausweis von Thomas de Maiziere.

(Foto: picture alliance / dpa)

In Zukunft werden immer mehr Bundesbürger Produkte des Halbleiterherstellers Infineon in Hosen- und Handtasche durch das Land tragen: Der Dax-Konzern baut die Sicherheitschips für den neuen deutschen Personalausweis. In der Bilanz fällt der Auftrag kaum ins Gewicht. Sicherheitsexperten anderer Staaten dürfte das Prestigeprojekt jedoch beeindrucken.

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Der 28,80 Euro teure Ausweis im Scheckkartenformat kann seit dem 1. November beantragt werden: Mit dem integrierten Chip soll der neue PA als amtlicher Identitätsnachweis für Online-Geschäfte und für elektronische Signaturen dienen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Halbleiterkonzern Infineon hat einen ersehnten Auftrag zur Lieferung eines zentralen Bauteils für den neuen Personalausweis erhalten. "Infineon liefert einen beträchtlichen Anteil der Chips für dieses größte Ausweisprojekt Europas", teilte das Unternehmen mit.

Genaue Zahlen nannte Infineon nicht. Der Anteil dürfte aber deutlich über 50 Prozent der neuen, fälschungssichereren Dokumente mit Speicherfunktion liegen. Bundesweit sind nach Angaben des Münchner Unternehmens derzeit rund 60 Mio. Personalausweise im Umlauf, die üblicherweise zehn Jahre gültig seien.

Pro Jahr würden etwa 6,5 Mio. neue Ausweis-Karten ausgegeben. Branchenexperten zufolge dürfte Infineon pro Chip etwa einen Euro erlösen. Der sogenannte Sicherheitscontroller wird am Standort Dresden gefertigt.

Aushängeschild deutscher Sicherheit

Die Liefervereinbarung ist zunächst für Infineon wirtschaftlich nicht von großer Bedeutung. Branchenexperten veranschlagen das Volumen auf weniger als 10 Mio. Euro. Für das Unternehmen ist es allerdings wichtig, Lieferant der heimischen Regierung zu sein, da sich dadurch die Exportchancen deutlich erhöhen.

Der niederländische Rivale NXP ist bereits seit längerem mit der Bundesregierung im Geschäft und fertigt ebenfalls Halbleiter, die in dem neuen Dokument zur elektronischen Speicherung von Daten wie Fingerabdrücken und Signaturen enthalten sind.

Quelle: n-tv.de, dpa/rts

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