Wirtschaft

Am Anleihemarkt erfolgreich Ireland is back

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Wir sind wieder da!

(Foto: picture alliance / dpa)

Fast zwei Jahre lang war Irland von den Kapitalmärkten abgeschnitten. Nun kehrt die Republik wieder zurück. Ein dreimonatiger Schatzwechsel im Wert von einer halben Milliarde Euro verläuft erfolgreich. Die Durchschnittsrendite von 1,8 Prozent liegt klar unter der Rendite der vergleichbaren spanischen Schatzwechsel.

Irland hat den ersten zaghaften, vor allem symbolischen Schritt zurück an die Kapitalmärkte gemacht. Zum ersten Mal seit September 2010 hat das Land wieder erfolgreich Anleihen ausgegeben - dreimonatige Schatzwechsel im Wert von 500 Millionen Euro. Die Nachfrage war hoch: Bei der Auktion erhielt die nationale Schuldenagentur NTMA Gebote im Wert von 1,415 Milliarden Euro, 2,8-mal mehr als ausgegeben werden sollten.

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In der Dubliner O'Connell Street. Die Iren fassen wieder Mut.

(Foto: AP)

Die Durchschnittsrendite lag bei lediglich 1,80 Prozent und damit wie erhofft klar unter der Rendite der vergleichbaren spanischen Schatzwechsel. Diese galt unter Marktbeobachter als Maßstab, ob die Auktion als Erfolg zu werten sei.

Die große Bankenkrise hatte die Republik Irland besonders hart getroffen und die Regierung in Dublin Ende 2010 gezwungen, unter den Rettungsschirm von EU und IWF zu schlüpfen. Die Rettung ihrer angeschlagenen Banken ließ die Staatsschulden damals derart steigen, dass sich die Anleger weigerten, Irland weiter Ihr Geld anzuvertrauen. 67,5 Milliarden Euro musste der Rettungsfonds auf die grüne Insel überweisen, um den Staatsbankrott zu verhindern.

Pläne für weitere Auktionen hat Irland bisher nicht, auch wenn der Markt diese erwartet. Denn Griechenland und Portugal, die ebenfalls unter dem Rettungsschirm stehen, haben zum Beispiel auch nach der internationalen Hilfe weiterhin zumindest kurzlaufende Anleihen ausgegeben.

"Das ist nur ein erster Schritt. Es gibt zwar keinen speziellen Kalender, aber das Ziel in den kommenden Monaten muss es sein, eine Zinskurve bei den Kurzläufern zu bekommen", sagt Padhraic Garvey, Analyst bei ING. Das eigentliche Ziel sei es dann, bald eine richtige Konsortialanleihe zustande zu bringen.

Ob es eine solche Anleihe schon in diesem Jahr oder erst im kommenden geben wird, hängt auch davon ab, wie sich die Schuldenkrise in der Eurozone weiter entwickelt. Die Beschlüsse des EU-Gipfels in der vergangenen Woche, denen zufolge irische und spanische Banken direkte Hilfen vom Rettungsfonds ESM bekommen könnten, versprechen zumindest eine potenziell große Erleichterung. Denn Irland hat seit 2008 rund 63 Milliarden Euro in die Not leidenden Banken des Landes gepumpt.

Reformen werden am Markt honoriert

Wenn Irland nicht zumindest ein Teil der geerbten Bankschulden abgenommen wird, sind viele Analysten skeptisch, ob es Irland bis Ende 2013 zurück an den Kapitalmarkt schafft. Zu diesem Zeitpunkt laufen die Kredite der EU und des IWF aus.

Analysten der Helaba weisen aber darauf hin, dass das Vertrauen des Marktes in die Reformbemühungen Irlands sehr hoch sei. Das spiegle sich auch in den zuletzt deutlich zurückgegangenen Anleiherenditen wider. Die Rendite der 2020 fälligen irischen Anleihe notierte am Donnerstagmorgen bei 6,076 Prozent, nachdem sie Ende Mai noch bei 7,386 Prozent lag. Sie bewegt sich damit genau zwischen den Renditen für zehnjährige Anleihen aus Spanien und Italien, die aktuell bei 6,450 bzw. 5,821 Prozent notieren.

Quelle: n-tv.de, DJ

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