Wirtschaft

Weltweite Sicherheitsmaßnahme Japan springt Europa bei

Parallel zum gigantischen Rettungspaket der Europäischen Union zur Absicherung finanzschwacher Euro-Staaten einigen sich Notenbanker rund um den Globus auf eine konzertierte Aktion am Geldmarkt. Auch Ben Bernankes Fed ist beteiligt.

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Steter Dollar-Strom für Europas Banken: Japan weiß, um was geht.

(Foto: REUTERS)

Die japanische Zentralbank hilft mit, die Versorgung des europäischen Bankensystems mit Fremdwährungen sicherzustellen. Die Bank of Japan (BoJ) will dazu ihre sogenannten Swaplines wieder einführen, hieß es aus Tokio. Bei Swaplines handelt es sich um Fremdwährungsgeschäfte unter Zentralbanken. Diese Geschäfte waren zuletzt zur Bekämpfung der Finanzmarktturbulenzen im Zusammenhang mit der Finanzkrise von 2008 aufgenommen worden. Sie sollen sicherstellen, dass zum Beispiel die Banken in der Euro-Zone leicht an Dollar kommen. Hier hatte es zuletzt ebenfalls Probleme gegeben.

An der konzertierten Aktion sind neben der Bank of Japan auch die Europäische Zentralbank (EZB), die Federal Reserve (Fed) in den USA, die Bank of England (BoE) sowie die Notenbanken der Schweiz und Kanadas beteiligt.

Zuvor hatten die EZB und die EU-Notenbanken mitgeteilt, erstmals seit Gründung der Währungsunion zum Ankauf von Staatsanleihen bereit zu sein. Wie die EZB in der Nacht zum Montag nach der Verabschiedung eines gigantischen, viele hundert Milliarden Euro schweren Rettungsschirms der Euro-Länder mitteilte, wird sie am öffentlichen und privaten Anleihemarkt in großem Stil aktiv werden. Über den Umfang der Interventionen werde der EZB-Rat noch entscheiden, hieß es weiter.

Abgesehen von allen Stabilisierungsaktionen für die globalen Finanzmärkte beließ die Bank von Japan ihren Leitzins unverändert bei 0,1 Prozent.

Erst vergangenen Freitag hatte die japanische Zentralbank angesichts der Turbulenzen an den Finanzmärkten in Folge der Griechenland-Krise zwei Billionen Yen (17 Mrd. Euro) in den Geldmarkt gepumpt.

Es war die größte derartige Notmaßnahme seit Dezember 2008, als die BoJ Finanzinstituten wie Banken und Brokerhäusern wegen der globalen Finanzkrise ebenfalls zwei Billionen Yen über den Geldmarkt bereitgestellt hatte. Eine ähnliche Geldmarkt-Operation hatte sie zuletzt Ende vorigen Jahres im Kampf gegen die Deflation unternommen.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa/rts

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