Wirtschaft

Japan setzt auf seine Jugend Kinder dürfen bald Aktien kaufen

Insgesamt 12 Billionen Euro bunkern die Japaner auf ihren Sparkonten. Der Regierung ist das zu viel. Sie will die Spareinlagen umlagern. Im Blick hat sie dabei die Jüngsten. Ihre Eltern oder Großeltern können für sie auf dem Finanzmarkt aktiv werden.

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Designierte Aktienbesitzer.

(Foto: picture alliance / dpa)

In Japan können sich Kinder wohl bald auf dem Finan zmarkt ausprobieren - und zwar ab dem Tag ihrer Geburt. Die japanische Finanzaufsichtsbehörde FSA will ein Programm ausweiten, das derzeit nur Erwachsenen offensteht. Dann könnten Eltern oder Großeltern für ihre Kinder oder Enkelkinder bis zum Alter von 19 Jahren Konten eröffnen.

Das Programm namens Nisa gehört zu den Maßnahmen, mit denen Ministerpräsident Shinzo Abe einen Teil der Spareinlagen der Japaner in Anlagen mit einer höheren Rendite umleiten will. Die Japaner haben nicht weniger als 1,6 Billiarden Yen, umgerechnet rund 12 Billionen Euro, auf ihren Sparkonten.

Die Konten richten sich an Privatanleger mit einem überschaubaren Vermögen. Kontoinhaber müssen keine Steuern auf Dividenden oder Kapitalgewinne zahlen. Laut dem Vorschlag der Regierung würden Kinder ab 2016 Steuerersparnisse in Höhe von bis zu umgerechnet 5.800 Euro im Jahr auf Investitionen in Aktien oder Anlagefonds erhalten.

"Wir brauchen ein Junior-Nisa"

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Politiker zeigen sich besorgt darüber, dass die Japaner einen zu großen Teil ihres Geldes auf Sparkonten legen, auf denen es fast keine Zinsen gibt. Ende 2013 steckten laut der Bank of Japan (BoJ) nur 14 Prozent des japanischen Privatvermögens in Einzelaktien oder Anlagefonds. In den USA waren es 45 Prozent des gesamten Vermögens, in Europa immerhin 24 Prozent.

Seit Beginn des Jahres dürfen Erwachsene ab 20 Jahren am Nisa-Programm teilnehmen. Mehr als eine Billion Yen waren bis Ende März auf den Konten eingezahlt worden. Bisher kommt das Programm vor allem bei älteren Menschen an, was einigen Politikern Sorgen bereitet. Laut der Finanzaufsicht waren Ende März nur 3,2 Prozent der Konten in den Händen von unter 30-Jährigen, die über 60-Jährigen machten mehr als 60 Prozent aus.

"Die Tatsache, dass viele Leute, die an Nisa teilnehmen, über 60 sind und nicht so viele junge Leute mitmachen, zeigt, dass wir ein Junior-Nisa brauchen", sagte Yoichiro Iwama, Chairman des japanischen Investmentberatungs-Verbands im Juli. "Doch ich glaube, dass es insgesamt in die richtige Richtung geht."

Weil junge Eltern nicht unbedingt große Ersparnisse haben, richtet sich das Programm auch an Großeltern. Und die Regierung hat damit noch weiteres im Sinn: Sie hofft, dass Kinder schon früh mit dem Aktienmarkt in Berührung kommen und eine neue Generation kluger Anleger heranwächst.

Quelle: n-tv.de, wne/DJ

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