Wirtschaft

Trump droht mit Abschiebung Konzern-Bosse fordern Schutz für "Dreamer"

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Fast 800.000 Menschen droht nach einem Ende des "Dreamer"-Programms die Abschiebung.

(Foto: AP)

US-Präsident Donald Trump will Kindern illegal Eingewanderter die Aufenthaltsgenehmigung entziehen. Über 300 Konzernchefs protestieren dagegen. Unter ihnen ist auch Apple-Chef Tim Cook.

Mehr als 300 US-Konzernchefs haben sich gegen die Pläne von US-Präsident Donald Trump ausgesprochen, die Aufenthaltsregelung für illegal in die USA gebrachte Kinder zu beenden. Trump und der US-Kongress sollten eine dauerhafte Lösung für die sogenannten "Dreamer" finden, fordern unter anderem die Chefs von Amazon, Apple, Uber und General Motors in einem offenen Brief.

Ohne die "Dreamer" gingen der amerikanischen Wirtschaft knapp 460 Milliarden US Dollar (umgerechnet fast 390 Milliarden Euro) verloren. Dazu kämen knapp 25 Milliarden US Dollar (21 Milliarden Euro) für wegfallende Sozialabgaben, rechnen die Unternehmenschefs vor.

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Apple-Chef Tim Cook schrieb auf Twitter, in seinem Unternehmen arbeiteten derzeit 250 Beschäftigte mit einem solchen Status. Sie verdienten Respekt als Gleichgestellte und eine Lösung, die in den amerikanischen Werten gerecht werde.

Das "Deferred Action for Childhood Arrivals" (Daca) ermöglicht Kindern illegal eingereister Migranten in den USA zu leben und zu arbeiten. Allerdings nur dann, wenn die Betroffenen zum Zeitpunkt der Einreise nicht älter als 16 Jahre alt waren. Derzeit befinden sich rund 800.000 Menschen in dem sogenannten "Dreamer"-Programm, das sie vor der Abschiebung in das Heimatland ihrer Eltern schützt. Darunter sind viele Mexikaner.

Medienberichten zufolge will Trump das 2012 von Ex-Präsident Barack Obama unterzeichnete Dekret aufheben. Im Wahlkampf hatte er seinen erzkonservativen Anhängern versprochen, illegal in die USA eingereiste Menschen rigoros abzuschieben. Nach der Wahl sagte er allerdings, er "liebe" die "Dreamers" und werde ihre Angelegenheit "mit dem Herzen entscheiden". Trumps Sprecherin Sarah Huckabee Sanders sagte, die Prüfung des künftigen Umgangs mit Daca sei in der abschließenden Phase. Die Entscheidung werde in dieser Woche verkündet.

Kein US-Technologiekonzern ohne "Dreamer"

Die Unterzeichner hoffen, dass die "Dreamer" bleiben dürfen. Im Brief an Trump argumentieren sie mit allerhand Statistiken. So gingen 97 Prozent der "Dreamer" zur Schule oder hätten eine Arbeit. 65 Prozent könnten sich ein Auto, 16 Prozent ein Eigenheim leisten. Manche hätten ihr eigenes Unternehmen gegründet. Außerdem seien über 70 Prozent in den höchstdotierten Konzernen beschäftigt.

Diese Menschen seien ein wichtiger Teil der Gesellschaft, schrieb auch der Vorsitzende von Microsoft, Brad Smith, in seinem Blog. "Sie haben an unseren Universitäten studiert und arbeiten heute als Künstler, Anwälte oder Rettungssanitäter." Smith erinnerte daran, dass die Duldung nicht unbegrenzt ist, sondern alle zwei Jahre erneuert werden muss. Microsoft beschäftigt 27 Angestellte mit Daca-Status.

Der Microsoft-Chef Satya Nadella schrieb in einem gesonderten Post: "Wir werden immer für Diversität und wirtschaftliche Möglichkeiten für Jeden stehen." Er selbst sei als Einwanderer in die USA gekommen, um seine "Träume zu verwirklichen."

Konzernchefs wollen permanente Aufenthaltsgenehmigung

In einem Statement der Autovermittler-Firma Uber heißt es, die "Dreamer" verdienten die Möglichkeit zu studieren und zu arbeiten, denn durch ihre Steuerabgaben sei Amerika wettbewerbsfähiger. Der gebürtige Iraner Dara Khosrowshahi hatte erst vor kurzem die Geschäfte des Start-ups übernommen. Er war als Kind mit seinen Eltern in die USA gekommen und hatte zuletzt großen wirtschaftlichen Erfolg als Chef des Reiseunternehmens Expedia.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg forderte das Weiße Haus auf, eine permanente Aufenthaltserlaubnis für die fast 800.000 Betroffenen auszustellen. Er stehe an der Seite der "Dreamer", schrieb er auf Facebook. "Die meisten von ihnen leben hier, seit sie denken können. Sie haben eine spezielle Liebe für dieses Land entwickelt, weil hier zu sein für sie keine Selbstverständlichkeit ist."

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Quelle: n-tv.de, bra/afp

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