Wirtschaft
Donnerstag, 14. April 2011

Vor allem im Osten: Lidl rationiert Zucker

Angesichts hoher Nachfrage verkauft Lidl in Grenzregionen nur noch "haushaltsübliche Mengen" Zucker. Das liegt vor allem daran, dass Zucker hierzulande deutlich billiger ist als in Polen.

(Foto: picture-alliance/ ZB)

Die Lebensmitteldiscounter Lidl und Kaufland haben den Zuckerverkauf wegen der hohen Nachfrage vor allem in der Grenzregion im Osten Deutschlands rationiert. In Märkten des Handelskonzerns würden Zuckerpakete gegebenenfalls nur noch in "haushaltsüblicher Anzahl" herausgegeben, sagte eine Lidl-Sprecherin, wollte sich jedoch nicht auf eine Menge festlegen. Die "Heilbronner Stimme" nennt eine Menge von vier Kilogramm pro Kopf. Grund seien Hamsterkäufe in Grenznähe: Denn in Deutschland ist der Zucker viel billiger als beispielsweise in Polen.

Zucker werde in den zu Polen grenznahen Filialen verstärkt nachgefragt, teilte die Lidl-Sprecherin mit. "Grundsätzlich verfügen wir über eine ausreichende Menge Zucker. Wir bitten unsere Kunden jedoch, Zucker nur in haushaltsüblicher Anzahl einzukaufen." Für Lidl "steht die sichergestellte Versorgung unserer Kunden im Fokus und nicht die Aktivitäten auf Drittmärkten".

Deutliches Preisgefälle

Die ebenfalls zur Schwarz-Gruppe gehörende Kette Kaufland verkauft nach ihren Angaben fünf Pakete pro Kunde. "Das ist aber schon seit mehreren Tagen so", sagte eine Sprecherin.

In den östlichen Grenzgebieten zu Deutschland war es in den vergangenen Wochen zu einer immer stärkeren Nachfrage gekommen. Die "Heilbronner Stimme" stellt folgenden Vergleich an: In Deutschland kostet Haushaltszucker derzeit um die 65 Cent pro Kilogramm. In Polen zahlen Verbraucher momentan zwischen 1,25 und 1,70 Euro dafür.

Laut Südzucker ist Zucker allerdings nicht knapp geworden. "Der Weltmarktpreis ist mit rund 700 Dollar (480 Euro) pro Tonne allerdings sehr hoch", sagte ein Firmensprecher. In Europa gebe es grundsätzlich kein Problem.

Der Zuckermarkt in der EU ist streng reguliert. Die hier produzierte Menge darf insgesamt nur 85 Prozent des Versorgungsgrades erreichen, um Importe aus dem Ausland zu fördern.

Quelle: n-tv.de

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