Wirtschaft

Nach dem Milliardenbetrug Madoff-Familie im Visier

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Bernard Madoff

(Foto: REUTERS)

Der Milliardenbetrug des New Yorker Aktienbrokers Bernard Madoff könnte auch für einige seiner Familienmitglieder ein böses Nachspiel haben. Ermittler gehen nach Informationen der US- Wirtschaftszeitung "Wall Street Journal" dem Verdacht nach, dass Madoffs Bruder Peter und Madoffs Söhne Mark und Andrew Steuern hinterzogen haben könnten. Alle drei hatten in der Firma des zu 150 Jahren Haft verurteilten Madoff gearbeitet.

Der Anwalt der 45 und 43 Jahre alten Söhne wies die Anschuldigungen zurück. Die beiden hätten keine Ahnung von den kriminellen Machenschaften gehabt und hätten überdies umgehend die Behörden informiert, als ihnen ihr Vater davon erzählt habe, schrieb Anwalt Martin Flumenbaum an die Zeitung. Von Bruder Peter Madoff liegt keine Stellungnahme vor. Der Milliardenbetrug war im Dezember 2008 aufgeflogen.

Was genau die Ermittler den Familienmitgliedern vorwerfen könnten, ist unklar. Nach Angaben des "Wall Street Journal" hatten alle drei mit David Friehling den gleichen Steuerberater. Friehling war auch der Buchprüfer von Bernard Madoff und hatte gestanden, die Steuererklärung seines Klienten frisiert zu haben. Jetzt arbeitet er nach Wissen der Zeitung mit den Ermittlern zusammen.

Madoff war im Juni wegen des größten Betrugs in der Finanzgeschichte verurteilt worden und sitzt im Gefängnis. Er hatte tausende Anleger über Jahre mit einem Schneeballsystem erleichtert. Das Geld - am Ende waren es zumindest auf dem Papier 60 Milliarden Dollar - ist weg. Die Versteigerung von Madoffs Privatsachen war da nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Der Treuhänder, der die Firma des Milliarden-Betrügers abwickelt, will allerdings bei den Familienmitgliedern fast 200 Mio. Dollar holen. Er wirft ihnen vor, sich jahrelang aus der Firmenkasse bedient zu haben, um private Anschaffungen zu tätigen. Treuhänder Irving Picard hat neben Madoffs Bruder und seinen Söhnen auch dessen Nichte Shana im Visier.

Quelle: n-tv.de, dpa

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