Wirtschaft

Keine Panik in Spanien Madrid dementiert Bankia-Flucht

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Bankkunden gehen auf Nummer sicher.

(Foto: REUTERS)

Sparer sollen in der vergangenen Woche eine Mrd. Euro Guthaben von der angeschlagenen Sparkasse abgezogen haben. Doch die Regierung weist einen entsprechenden Zeitungsbericht zurück.

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Die spanische Regierung hat einen Medienbericht zurückgewiesen, wonach Kunden von der Sparkasse Bankia ganz massiv Kapital abgezogen haben. "Es ist nicht wahr, dass es derzeit einen Abfluss von Einlagen bei Bankia gibt", sagte Vize-Wirtschaftsminister Fernando Jimenez Latorre. Die Zeitung "El Mundo" hatte zuvor berichtet, dass Kunden in der vergangenen Woche über eine Mrd. Euro aus dem Institut abgezogen hätten. Demnach entspricht die Summe etwa ein Prozent der Einlagen der Bank. Insgesamt liegen zehn Prozent der spanischen Spar-Einlagen bei Bankia. Die teilverstaatlichte Sparkasse teilte mit, dass es keine großen Veränderungen bei den Einlagen in den vergangenen Tagen gegeben habe.

Vor einer Woche hatte die Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy die Kontrolle über das viertgrößte Geldinstitut Spaniens übernommen und plant Kapitalspritzen im Milliardenumfang. Bankia war erst zwei Jahre zuvor auf staatlichen Druck aus der Fusion schwächelnder Sparkassen entstanden. Das Unternehmen gilt wegen seiner faulen Immobilienkredite im Volumen von geschätzt mehr als 30 Mrd. Euro als der größte Problemfall im spanischen Finanzsektor.

Bondauktion erfolgreich

Wegen der Griechenland-Krise ist Spanien wieder in den Fokus der Finanzmärkte gerückt. Jüngsten Daten zufolge rutschte die spanische Wirtschaft nun endgültig in eine Rezession ab. Das Minus betrug im ersten Quartal 0,3 Prozent verglichen zum vierten Quartal 2011, wie das nationale Statistikamt auf Basis endgültiger Daten mitteilte.

Zum Vorjahresquartal fiel der Rückgang mit 0,4 Prozent sogar noch größer aus. Auch Ende 2011 war die spanische Wirtschaftsleistung bereits geschrumpft. Mit den endgültigen Zahlen bestätigen sich damit die Befürchtungen einer Rezession. Volkswirte gehen davon aus, dass sich die Wirtschaftsschwäche auch noch über das erste Quartal hinaus fortsetzen wird.

Trotz desolater Haushaltslage zapfte der hoch verschuldete Staat erfolgreich den Kapitalmarkt an, musste dafür aber tiefer in die Tasche greifen als zuletzt. Spanien begab Bonds im Volumen von insgesamt knapp 2,5 Mrd. Euro mit Laufzeiten bis Januar sowie Juli 2015 und 2016. Die Papiere waren mehrfach überzeichnet. Die Durchschnittsrendite kletterte aber trotz der robusten Nachfrage bei allen drei Anleihen über das Niveau der vorherigen Auktion: Für drei- bis vierjährige Schuldverschreibungen zahlt Spanien nun zwischen 4,375 und 5,106 Prozent Zinsen, bei vergleichbaren Papieren waren es zuvor noch 2,89 bis 4,037 Prozent gewesen.

Quelle: n-tv.de, rts

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