Wirtschaft

Hygienemängel bei Wiesenhof McDonald's stoppt Abnahme

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(Foto: dpa)

Nach wiederholten Hygieneskandalen beim Geflügelproduzenten Wiesenhof setzt Großkunde McDonald's ein Zeichen: Für Chicken McNuggets und seine anderen Hühnerfleisch-Produkte verzichtet die Schnellimbiss-Kette vorerst auf Ware von Wiesenhof. Dem Lieferanten bricht so ein Geschäft von mehr als 1000 Tonnen Fleisch im Jahr weg.

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Die Fastfood-Kette McDonald's hat einen Abnahmestopp für Fleisch des großen Geflügelproduzenten Wiesenhof verhängt. "Wir haben unsere Lieferanten angewiesen, kein Fleisch mehr bei Wiesenhof zu beziehen", sagte ein McDonald's-Sprecher der "Süddeutschen Zeitung". Er begründete die Entscheidung mit der zwischenzeitlichen Schließung einer Wiesenhof-Schlachterei in Sachsen-Anhalt. Die Behörden hatten dort Hygienemängel beanstandet, die mittlerweile aber behoben sein sollen.

Der Abnahmestopp ist nach Angaben des Sprechers von McDonald's Deutschland befristet. "Wir wollen Wiesenhof Zeit geben, die Vorfälle aufzuklären", sagte er der Zeitung. Bei eigenen Kontrollen seien nie Hygienemängel bei Fleisch von Wiesenhof aufgetreten. Allerdings solle ein Imageschaden für McDonald's durch die Vorwürfe gegen Wiesenhof vermieden werden.

Die Wiesenhof-Schlachterei in Möckern war vor einem Jahr bereits schon einmal in die Schlagzeilen geraten. Damals berichteten Medien über Schwarzschimmelbefall an Wänden und Decken und über Probleme in der Kühlkette. Laut Wiesenhof sind diese Probleme inzwischen beseitigt. Kritiker werfen Wiesenhof außerdem Tierquälerei und Antibiotika-Missbrauch in der Geflügelhaltung vor. Wiesenhof weist das zurück.

1000 Tonnen im Jahr

McDonald's bezieht sein Hühnerfleisch nicht direkt, sondern über den Zwischenhändler OSI Food Solutions. Dort soll es bei eigenen Kontrollen bisher keine Hinweise auf Hygienemängel gegeben haben. "Sobald Wiesenhof glaubhaft darlegen kann, dass berechtigte Beanstandungen aus der Vergangenheit künftig ausgeschlossen werden können", wolle McDonald’s prüfen, ob Wiesenhof wieder als Vorlieferant zugelassen werde, zitiert die Zeitung den Sprecher.

Die Imbisskette bezieht nach eigenen Angaben drei Prozent ihres Geflügelfleischs von Wiesenhof. Im Jahr kommt sie so auf mehr als 1000 Tonnen. Ein Sprecher von Wiesenhof wollte den Abnahmestopp auf Anfrage der Zeitung nicht bestätigen.

Quelle: ntv.de, nne/AFP