Wirtschaft

BER-Eröffnung doch scheibchenweise? Mehdorn macht Dampf

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Der Beschleuniger. Das ist die Rolle, die man von Hartmut Mehdorn erwartet hat.

(Foto: picture alliance / dpa)

BER-Chef Mehdorn drückt beim Berlin-Brandenburger Pannenflughafen mächtig aufs Tempo. Einem Magazinbericht zufolge will er gegen alle Widerstände eine Teileröffnung durchsetzen. Der erste Flieger könnte dann vielleicht schon im kommenden Jahr starten.

BER-Chef Hartmut Mehdorn verfolgt angeblich zielstrebig seinen Plan einer Teileröffnung des berlin-brandenburgischen Flughafens. Wie der "Focus" berichtet, sieht die Notlösung vor, dass ein kleinerer Teil des Airports fertiggestellt und eröffnet wird, damit endlich die Einnahmen beginnen zu fließen. Das Magazin beruft sich auf ein Protokoll des Bundesverkehrsministeriums.

Als möglichen Termin für die Teileröffnung peilen Flughafenexperten 2014 an. Mit den Einnahmen sollen dann während des laufenden Flugbetriebs ausstehende Bauarbeiten, wie zum Beispiel an der alten Startbahn Nord, finanziert werden. Einkalkuliert ist bei dieser Notlösung, dass der alte Flughafen Tegel über die vorgesehenen sechs Monate hinaus in Betrieb bleibt.

Die ewige Baustelle

Die Eröffnung des BER wurde bislang viermal verschoben. Grund waren unter anderem massive Mängel an der Brandschutz-Anlage. Bislang ist völlig offen, wann an dem neuen Flughafen die ersten Maschinen starten und landen können. Der brandenburgische  Ministerpräsident und BER-Aufsichtsratschef Matthias Platzeck hatte erst kürzlich angekündigt, er wolle noch in diesem Jahr einen neuen  Eröffnungstermin für den Flughafen nennen.

Mehdorn ist seit März BER-Chef. Nach den jahrelangen Pannen steht er unter erheblichem Druck, mit einer schnellen Lösung aufzuwarten. Bereits Mitte April gab es Gerüchte, dass der neue Hauptstadtflughafen nach und nach eröffnet werden könnte. "Es gibt immer sieben Wege, die nach Rom führen", sagte Mehdorn damals. "Wir denken über alles nach." Das Bundesverkehrsministerium ist von dem Plan, den Flughafen scheibchenweise zu eröffnen, nicht überzeugt. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer will den BER erst eröffnen will, wenn alles fertig ist.

Mehdorn holt Weggefährtin an Bord

Derweil ist der Aufsichtsrat des Hauptstadtflughafens auch damit beschäftigt, Personal aufzustocken, das die Finanzen ordnen soll. Diesen Mittwoch soll erstmals eine Finanzgeschäftsführerin für die Betreibergesellschaft berufen werden. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa geht der Posten an die 52 Jahre alte Heike Fölster. Die Personalie habe die zuständigen Gremien durchlaufen, hieß es am Vortag aus Gesellschafterkreisen.

Fölster ist bislang Finanzchefin beim Prüfkonzern Germanischer Lloyd in Hamburg. Von 2003 bis 2008 verantwortete sie die Finanzen des dortigen Flughafens. In den 90er Jahren arbeiteten die Ökonomin und Mehdorn beim Luftfahrtkonzern Daimler-Benz Aerospace.

Quelle: ntv.de, ddi

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