Wirtschaft

Nachfrage zu schwach Mitsubishi verlässt Europa

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Wenig Resonanz in Europa: Mitsubishi versucht es in Russland und China.

(Foto: REUTERS)

Der Entschluss steht fest: Der japanische Autobauer Mitsubishi Motors will ab 2013 keine Autos mehr in Westeuropa herstellen. Der Grund: Die aus der Sicht Mitsubishis unzureichende Begeisterung der Kunden für Modelle wie Outlander oder Colt.

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Mitsubishi Motors: Präsident Osamu Masuko im Colt (Archivbild).

(Foto: REUTERS)

Der japanische Autobauer Mitsubishi Motors will Medienberichten zufolge künftig keine Autos mehr in Europa bauen. Der Konzern plane, die Fertigung von Kleinwagen und Geländelimousinen an seinem Produktionsstandort in den Niederlanden voraussichtlich 2013 einzustellen, berichtete unter anderem die japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei".

Branchenbeobachter erkennen darin einen Trend: Nach Daihatsu wäre Mitsubishi der zweite japanische Autobauer, der seine Produktion in Europa beenden würde. Mitsubishi Motors wolle sich stärker auf Wachstumsmärkte wie Russland und China konzentrieren, hieß es.

Die Produktion NedCar im niederländischen Born werde bis Jahresende eingestellt, bestätigte Mitsubishi schließlich die Gerüchte. Am Standort Born wurden bislang die Modelle Colt und Outlander gefertigt. In dem Werk arbeiten 1500 Menschen.

Im Geschäftsjahr per Ende März 2011 machte die Produktion aus den Niederlanden nur noch weniger als fünf Prozent der insgesamt 1,1 Millionen Fahrzeuge aus, die Mitsubishi weltweit herstellte.

Wer kauft den Standort Born?

Die Anlage sei inzwischen veraltet und schöpfe ihre Kapazitäten bei weitem nicht mehr aus, hieß es. Zuletzt wurden in Born noch 50.000 Autos hergestellt und damit nur ein Viertel der Kapazität des Werkes.

Was nun mit dem Werk geschehen soll, ist nach Firmenangaben noch nicht entschieden. Den Berichten in japanischen Medien zufolge will der japanische Mutterkonzern die Fabrik verkaufen. Mitsubishi hatte die Produktion dort 1991, zunächst in einem Gemeinschaftsunternehmen mit dem schwedischen Volvo-Konzern. Nach zehn Jahren übernahmen die Japaner sämtliche Anteile an dem Gemeinschaftsunternehmen.

Die Entscheidung kommt für die Branchenkenner nicht überraschend. Die Neuwagenverkäufe des Herstellers im europäischen Markt gehen seit vier Jahren zurück. Mitsubishi hatte bereits angekündigt, den Colt Ende 2012 nicht mehr in Europa zu fertigen. Der europäische Markt werde in Zukunft von Thailand und Japan aus beliefert, teilte Mitsubishi mit.

Quelle: ntv.de, dpa/rts

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