Wirtschaft

Sorgenkind Griechenland Moody's benotet Athen

Nach Standard & Poor's und Fitch vergibt nun auch Moody's eine schlechtere Note für die Kreditwürdigkeit Griechenlands. Als letzte der drei großen Ratingagenturen reagieren die Experten damit auf die desolate Athener Haushaltslage. Beobachter bleiben gelassen.

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Erleichterung in Griechenland: Die Note von moody's fällt besser aus als erwartet.

(Foto: REUTERS)

Bei der Vergabe der neuen Ratingnote ging Moody's jedoch nicht so weit wie von Börsianern befürchtet: Die Analysten der Ratingagentur stuften die Kreditwürdigkeit des Landes lediglich von "A1" auf "A2" herunter.

Damit vergeben sie an Griechenland immerhin noch eine Note, die zwei Stufen über der Note "BBB+" von S&P und Fitch liegt. Außerdem erklärte die Agentur, eine wirkliche Krise sei noch lange nicht in Sicht.

Die Anleger an der griechischen Börse reagierten erleichtert: Bankaktien machten einen Freudensprung und auch der Risikoaufschlag auf griechische Staatsanleihen nahm deutlich ab.

Allerdings bezeichnete Moody's eine weitere Herabstufung als wahrscheinlich und versah deshalb die neue Note mit einem negativen Ausblick. Die Pläne der Regierung zur Sanierung der Staatsfinanzen sei voraussichtlich nicht ausreichend, erläuterte die Agentur.

Athen im Spar-Dilemma

In Griechenland formierte sich bereits heftiger Widerstand gegen die Sparpläne der Regierung. Dabei kam es auch zu Streiks. Die Beamtengewerkschaft Adedy sprach von einem "Angriff durch Marktkräfte" und kündigte für Ende Januar oder Anfang Februar einen eintägigen Streik an.

In den vergangenen Wochen hatten bereits S&P und Fitch die Bonitätsnote für Griechenland gesenkt und damit nicht unerhebliche Turbulenzen an den Finanzmärkten ausgelöst. Der Schritt erschütterte das Vertrauen in die Fähigkeit vieler Industriestaaten, ihre in der Finanz- und Wirtschaftskrise angehäuften Schulden wieder abzubauen.

Griechische Bankaktien haben deshalb seit Mitte Oktober mehr als ein Drittel ihres Wertes eingebüßt. Zur Erleichterung der Anleger hält es Moody's jedoch für sehr unwahrscheinlich, dass die EZB in Zukunft von den Banken des Landes keine griechischen Staatsanleihen mehr als Sicherheit akzeptieren wird. Die Anteilsscheine der Banken legten deshalb im Schnitt um fast sechs Prozent zu.

Die Europäische Zentralbank selbst hält zumindest das im Zuge der Schuldenkrise debattierte Szenario eines Ausscheidens Griechenlands aus der Euro-Zone für fast unmöglich. Ein solcher Schritt sei zwar technisch möglich, räumte EZB-Rechtsberater Phoebus Athanassiou in einem Arbeitspapier ein. Die Wahrscheinlichkeit sei jedoch aus rechtlichen und praktischen Erwägungen nahezu null.

Quelle: ntv.de, mmo/rts