Wirtschaft

Aktien stark gefragt Neuer Cloud-Riese spricht Französisch

SAP will sein Cloud-Geschäft deutlich ausbauen. Derzeit liegen Amazon und Microsoft in diesem Bereich vorn. Aber den Platzhirschen erwächst bereits ein europäischer Konkurrent - dank eines Zusammenschlusses in Frankreich.

In Frankreich entsteht ein neuer Konkurrent für Amazon und SAP im rasant wachsenden Geschäft mit Online-Computerdiensten. Der IT-Dienstleister Atos kauft den heimischen Rivalen Bull für 620 Millionen Euro, wie die beiden Unternehmen mitteilten. In sogenannten Cloud Computing steigt die fusionierte Firma damit gemessen am Umsatz nach Atos-Angaben weltweit zur Nummer zwei nach Amazon und vor Microsoft auf. Hier werden für Firmen und Privatkunden Speicherkapazitäten und Rechnerdienste im Internet zur Verfügung gestellt. In diesem Geschäft wird mit einem durchschnittlichen Wachstum von 25 bis 50 Prozent pro Jahr gerechnet.

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Atos 43,61

Bislang kamen im Cloud Computing, von dem sich auch SAP viel verspricht, Atos und Bull nur auf dem fünften beziehungsweise zehnten Platz Zusammen wollen sie einen großen Schritt nach vorne machen. Atos erhofft sich von der Übernahme auch eine stärkere Position im ebenfalls immer wichtiger werdenden Bereich Cyber-Sicherheit. Die Fusion soll Einsparungen von rund 80 Millionen Euro pro Jahr bringen. Das würde fast einem Drittel des Nettogewinns von Atos entsprechen.

Kurssprünge hier und dort

Branchenexperten begrüßten das Vorhaben. Bislang habe Atos bei Zukäufen ein gutes Händchen bewiesen. Am Markt kamen die Pläne ebenfalls gut an. Atos-Aktien legten 5 Prozent zu. Die Papiere von Bull schossen knapp 22 Prozent auf 4,88 Euro in die Höhe und erreichten damit fast den von Atos gebotenen Preis von 4,90 Euro.

Atos ist unter anderem durch die Übernahme der IT-Sparte SIS von Siemens groß geworden. Der Dax-Konzern ist noch mit knapp 13 Prozent an der französischen Gesellschaft beteiligt. Das Unternehmen, das von Frankreichs früherem Finanzminister Thierry Breton geleitet wird, bemüht sich derzeit auch um den Kauf des heimischen IT-Serviceanbieters Steria. Dieser hat ein Angebot allerdings zurückgewiesen und will sich lieber mit dem Rivalen Sopra zusammenschließen.

Quelle: ntv.de, bad/rts

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