Wirtschaft

Wie reagiert Adidas? Nike überrascht die Märkte

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Nike muss an der Marge arbeiten.

(Foto: REUTERS)

Licht und Schatten in der Quartalsbilanz von Nike: Der US-Sportartikelhersteller bleibt zwar mit einem Umsatzsprung auf Wachstumskurs. Allerdings muss sich der Adidas-Rivale mit einem sinkenden Gewinn herumschlagen.

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Der amerikanische Adidas-Konkurrent Nike hat im zweiten Geschäftsquartal einen Gewinnrückgang zu verkraften. Ein Wermutstropfen bleiben auch die Bruttomargen. Nike meldete einen Nettogewinn von 384 Millionen Dollar, das ist ein Rückgang um 18 Prozent.

Belastet wurde das Ergebnis durch einen Verlust von rund 137 Millionen Dollar aus dem nicht-fortgeführten Geschäft. Das Ergebnis aus dem fortgeführten Geschäft belief sich je Aktie auf 1,14 Dollar nach 1,03 Dollar. Die Aktie gewann nachbörslich 4,7 Prozent.

In China verzeichnete der Sportartikelhersteller einen Umsatzrückgang von 12 Prozent. Dafür ging es mit dem Umsatz in Nordamerika um 17 Prozent nach oben. Insgesamt legten die Verkäufe im Geschäftsquartal per Ende November um 7,4 Prozent auf 5,96 Milliarden Dollar zu. Im Vorquartal waren die Verkäufe von Nike-Produkten erstmals seit mehr als zwei Jahren nur mit einer prozentual einstelligen Rate gestiegen.

Seit einigen Quartalen verlangsamen sich Wirtschaftswachstum und Konsumfreude in China - der amerikanische Sportartikelhersteller Nike kann sich dem offenbar nicht mehr entziehen. Anders offenbar als adidas. Die Herzogenauracher verzeichnen in China weiterhin zweistellige Wachstumsraten.

Adidas mit besserer Bruttomarge

Auf der Ausgabenseite hatte Nike zudem zuletzt mit den Kosten für Marketingkampagnen im Zuge der Fußball-Europameisterschaft und der Olympischen Spiele zu kämpfen. Höhere Preise und Sparmaßnahmen an anderer Stelle konnten dies nicht wettmachen.  Nach unten ging es im zweiten Geschäftsquartal auch wieder mit der Bruttomarge - das achte Mal in Folge. Sie beträgt nun 42,5 Prozent. Adidas-Titel legten im Frankfurter Geschäft leicht zu.

Nike hinkt mit der Marge dem Erzrivalen adidas deutlich hinterher. Der deutsche Wettbewerber hatte seine Bruttomarge im dritten Quartal noch um 0,3 Prozentpunkte auf 47,4 Prozent gesteigert. adidas ist mit einem Drittquartalsumsatz von 4,2 Milliarden Euro allerdings deutlich kleiner als Marktführer Nike. Der US-Konzern nahm im fortgeführten Geschäft zuletzt 5,96 Milliarden Dollar ein, umgerechnet 4,5 Milliarden Euro.

An der Margenschwäche wird sich kurzfristig nichts ändern. Im laufenden Quartal werde sie weiter zurückgehen, warnte das Unternehmen. Sollte das Geschäft aber wie erwartet expandieren, könnte die Abwärtsbewegung zum Ende des Geschäftsjahres gestoppt werden.

Hoffnung machen die Vorausbestellungen, ein wichtiger Indikator für das künftige Wachstum. Sie stiegen vor allem dank des boomenden Geschäfts in Nordamerika, in Schwellenländern sowie in Mittel- und Osteuropa um 6 Prozent. China erweist sich dabei aber als Bremsklotz. Dort gingen die Vorausbestellungen um 6 Prozent zurück. Viele Analysten geben sich skeptisch. Der Trend werde sich in den kommenden sechs Monaten nicht verbessern, sagen sie.

Nike sucht die Sorgen zu zerstreuen. "Wir wissen, was in China getan werden muss. Und wir wissen, dass wir das können, denn wir haben es schon einmal getan", sagte Vorstandschef Mark Parker und nahm damit Bezug auf das Umsatzwachstum im eigentlich gesättigten nordamerikanischen Markt. Parker zeigte sich zuversichtlich, dass Nike den chinesischen Markt für Sportkleidung dominieren werde. Schließlich sei Nike bereits seit mehr als 30 Jahren in dem Land vertreten und verstehe die Verbraucher.

Die Einnahmen sollen im laufenden Quartal auf Basis konstanter Wechselkurse mit einer prozentual niedrigen zweistelligen Rate wachsen. Im Schlussquartal dürfte sich das Wachstum verlangsamen, im Vorjahr hatten die Einführung neuer NFL-Produkte, die Fußball-Europameisterschaft und die Olympischen Spiele das Geschäft beflügelt.

Quelle: ntv.de, DJ

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