Wirtschaft

Preisanstieg schwächt Kaufkraft Omikron verdirbt Deutschen die Konsumlaune

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Die Bereitschaft der Menschen, Großeinkäufe zu tätigen, fiel auf den tiefsten Stand seit dem vergangenen Januar.

(Foto: picture alliance / HANS PUNZ / APA / picturedesk.com)

Die Inflation und die vierte Corona-Welle verderben den Deutschen auch zum Jahreswechsel die Lust an der Shopping-Tour. Das Konsumklima-Barometer der GfK sinkt den zweiten Monat in Folge deutlich auf minus 6,8 Zähler. Ähnlich trübe sind die Konjunkturaussichten.

Die Laune der Verbraucher in Deutschland verschlechtert sich zum Jahreswechsel spürbar. Grund sind vor allem eine steigende Zahl an Corona-Fällen und die hohe Inflation, wie die Nürnberger GfK-Marktforscher zu ihrer Dezember-Umfrage unter 2000 Personen mitteilten. Das Konsumklima-Barometer für Januar sinkt deutlich um fünf auf minus 6,8 Zähler und damit den zweiten Monat in Folge. Einen niedrigeren Wert gab es zuletzt im Juni. Ökonomen hatten nur einen Rückgang auf 2,7 Punkte erwartet.

"Hohe Inzidenzen durch die vierte Welle der Corona-Pandemie mit weiteren Beschränkungen sowie deutlich gestiegene Preise setzen dem Konsumklima mehr und mehr zu", erklärte GfK-Experte Rolf Bürkl. "Vor allem die 2G-Regel für weite Teile des Einzelhandels versetzen dem Weihnachtsgeschäft einen schweren Schlag."

Sorgen bereiten demnach Virus-Mutationen. "Auch die Aussichten für den Beginn des kommenden Jahres sind vor dem Hintergrund der rasanten Ausbreitung der Omikron-Variante gedämpft", betonte Bürkl. Die Perspektiven für die Konsumkonjunktur 2022 hingen vom Verlauf der Pandemie ab. Eine rasche und erfolgreiche Bekämpfung dürfte zu Lockerungen bei den Corona-Einschränkungen führen und so den Konsum ankurbeln.

Angst vor Lohn-Preis-Spirale

Sollte sich jedoch im weiteren Verlauf das Infektionsgeschehen wieder verstärken, wird sich der Aufschwung weiter verzögern." Die Konjunkturaussichten der Verbraucher trüben sich zum Jahresende spürbar ein und damit zum dritten Mal in Folge. Einen niedrigeren Wert beim Teil-Barometer gab es zuletzt im April. Auch die Einkommenserwartung sackte den dritten Monat hintereinander ab. "

"Steigende Preise bei Energie und Lebensmitteln schwächen die Kaufkraft der Einkommen der Konsumenten", erklärte die GfK. Zudem bestehe die Gefahr, dass mittel- und langfristig eine sogenannte Lohn-Preis-Spirale in Gang gesetzt werde - also Gewerkschaften als Inflationsausgleich deutlich höhere Löhne fordern und Firmen deshalb ihre Preise weiter erhöhen. Die Bereitschaft der Menschen, Großeinkäufe zu tätigen, fiel auf den tiefsten Stand seit Januar. "Die 2G-Regel für weite Teile des stationären Handels verringert zum einen die Shopping-Lust, zum anderen brechen Konsumenten, die weder geimpft noch genesen sind, komplett weg", hieß es zur Begründung.

Quelle: ntv.de, lve/rts

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