Wirtschaft

VW plant Klein-SUV Porsche-Holding bremst sich selbst

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Gewinn der Porsche-Holding ist geschrumpft.

(Foto: picture alliance / dpa)

Im Sommer 2009 scheitert der Porsche-Versuch, VW zu übernehmen. Das Blatt wendet sich und die Folgen wirken sich auf die Holding-Bilanz noch immer negativ aus. Schnelle Besserung ist nicht in Sicht. VW schmiedet derweil andere Pläne.

Der ins Stocken geratene Zusammenschluss mit VW hat die Porsche SE zum Start ins Jahr schwer belastet. Der Gewinn schrumpfte im 1. Quartal deutlich auf 327 Mio. Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Vor einem Jahr hatte die Porsche SE noch einen Gewinn von 691 Mio. Euro verbucht. Die Porsche SE hält 50,7 Prozent der VW-Stammaktien und 50,1 Prozent an der Porsche AG.

Zwar brachten die Beteiligungen an Volkswagen und der Porsche AG der Holding dank des glänzenden Autogeschäfts einen satten Gewinn von fast 1,2 Mrd. Euro. Das ist fast doppelt so viel wie vor einem Jahr. Dagegen belastete erneut "Finanzmathematik" die Bilanz mit 810 Mio. Euro.

Klagen und bilanzielle Risiken

Porsche SE
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Hintergrund ist der ausgebremste Zusammenschluss zwischen Volkswagen und Porsche. Eigentlich sollte Volkswagen bereits im vergangenen Jahr mit der Porsche SE verschmolzen werden. Doch dies scheiterte an milliardenschweren Schadenersatzklagen von Investoren. Beide Unternehmen suchen derzeit nach Alternativen zur 2011 geplatzten Wunschlösung.

Der VW-Konzern, der bereits knapp die Hälfte an der Porsche AG hält, könnte auch die restlichen 50,1 Prozent unter sein Dach holen. Beide Seiten haben sich für dieses Geschäft Kauf- und Verkaufsoptionen eingeräumt. Die Bewertung dieser Optionen zu Stichtagen ist für die VW-Bücher derzeit positiv, für die Porsche SE negativ.

VW Vorzüge
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Wann VW den Rest der Porsche AG womöglich unter das Konzerndach holen könnte, ist weiter unklar. Dieser ursprüngliche Notfallplan wäre erst Mitte 2014 steuerfrei, vorher könnte eine Steuerlast in Milliardenhöhe anfallen.

Grund für die Klagen ist der im Sommer 2009 gescheiterte Versuch von Porsche, den viel größeren VW-Konzern zu übernehmen. Bei den damaligen Kursturbulenzen verloren Investoren viel Geld. In der Folge hagelte es Anlegerklagen. Wegen der damit verbundenen finanziellen Risiken wurde die Fusion abgeblasen.

VW plant weiteres Modell

Indes plant Volkswagen nach den großen Geländewagen Touareg und Tiguan nun auch kleinere geländegängige Modelle. Der Bau eines Geländewagens auf Basis des Polo gelte intern als ebenso sicher wie die Produktion einer Offroad-Variante des neuen Kleinstwagens Up, berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf Konzernkreise. Ein VW-Sprecher sagte, technisch sei vieles möglich. Konkrete Produktentscheidungen seien aber noch nicht gefallen.

Die Grenzen seien inzwischen fließend. Es gebe auch in anderen Fahrzeugklassen Fahrzeuge mit Allradantrieb, und ebenso gebe es Geländewagen mit Frontantrieb, sagte der Sprecher. So sei es etwa kein Problem, die Polo-Cross-Version mit Allrad-Antrieb zu bauen, bei dem neuen Kleinstwagen Up mache das aber keinen Sinn.

Volkswagen führt zur Zeit eine neue Produktionstechnologie auf Basis gleicher Bauteile für verschiedene Modelle und Marken ein. Auch die Fabriken werden umgerüstet und vereinheitlicht. Europas größter Autobauer will damit Kosten sparen und flexibler auf Kundenwünsche reagieren. Auch neue Versionen einzelner Modelle, die wegen geringer Stückzahlen bisher nicht wirtschaftlich gebaut werden konnten, sollen mit der neuen Modulstrategie schneller realisiert werden können.

Quelle: n-tv.de, bad/dpa/rts

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