Wirtschaft

"Revolution" im Vorgarten? Post-Rivalen planen Paketbox

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Von Amazon über das Kuchen-Päckchen von Oma bis Zalando: Pakete passen nicht in den Briefschlitz am Hausbriefkasten.

(Foto: picture alliance / dpa)

Mit dem Projekt "Paketkasten" bringt die Deutsche Post die Branche gegen sich auf. Die "größte Revolution seit Erfindung des Briefkastens" soll den Versandhandel beschleunigen. Die Rivalen bleiben außen vor. Jetzt kontern sie mit einer Alternative.

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So stellt sich die Deutsche Post das vor: Paketkästen erlauben die Zustellung, auch wenn der Empfänger nicht zu Hause ist.

(Foto: picture alliance / dpa)

Konkurrenz belebt das Geschäft: Im Wettbewerb um das stetig steigende Versandaufkommen im deutschen Paketversandhandel haben sich die Konkurrenten des Marktführers zu einer mächtigen Allianz zusammengeschlossen.

Mit einer eigenen "Paket-Box" wollen die Rivalen der Deutschen Post ihren Kunden eine Alternative zum kürzlich eingeführten "Paketkasten" bieten. Hermes, DPD, UPS und GLS werden sich zusammenschließen und zügig eine Lösung für einen branchenoffenen Paketkasten finden, berichtete die "Deutsche Verkehrszeitung" (DVZ).

Die Geschäftsführer der Unternehmen begründeten die Initiative mit der Ablehnung der Deutschen Post, ihre Paketkästen für die Konkurrenten zu öffnen. Bis zum Jahresende soll ein marktreifes Konzept vorliegen, das auch der Deutschen Post offen stehen soll - falls sie das Angebot annimmt.

Für jede Firma einen Kasten?

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Den Kunden werde keine weitere unvollkommene Lösung präsentiert, die Wettbewerber ausschließe, hieß es aus den Reihen der Post-Konkurrenten. Der Wettbewerb um die neuen Empfangsstationen, die im Prinzip wie ein Briefkasten für größere Paketsendungen funktionieren sollen, hat Branchenkennern zufolge Bedeutung über das Logistik-Geschäft hinaus.

Das Konzept schafft nach Einschätzung von Beobachtern neue Wachstumschancen im Online- und Versandhandel. Abgesehen davon dürfte es auch für eine gewisse Entspannung im nachbarschaftlichen Verhältnis begeisterter Paketbesteller führen.

"Unser Ansatz ist, eine Branchenlösung zu finden", sagte eine Sprecherin des Paketdienstleisters Hermes am Freitag auf Anfrage und bestätigte damit den Bericht der "DVZ". Der Vorstoß der Post sei nicht akzeptabel, sagte die Hermes-Sprecherin weiter. Die Konsumenten könnten nicht für jeden Paketdienst einen Paketkasten in den Vorgarten stellen.

Missbrauch einer Monopolstellung?

Hermes-Geschäftsführer Thomas Horst warf nach Angaben der DVZ der Post vor, ihre Monopolstellung auszunutzen, indem sie den Paketkasten nur den Postkunden zur Verfügung stelle. Er forderte die Politik auf, solche Regulierungen im Markt stärker zu prüfen.

Seit Anfang Mai vermarktet die Bonner Konzern bundesweit die Paketkästen, die sich vor allem Eigenheime mit Vorgarten eignen. Sie sind eine weitere Zustelloption, um die wachsende Paketflut durch den boomenden Onlinehandel zu bewältigen. Postvorstand Jürgen Gerdes hatte sie als "größte Revolution seit dem Briefkasten" bezeichnet, eine Mitnutzung durch Wettbewerber aber strikt ausgeschlossen.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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