Wirtschaft

Schwacher Jahresausblick Q-Cells enttäuscht

Das Jahr 2011 wird für Q-Cells ein schwieriges. Der Chef des Solarunternehmens, Cen, macht dafür Förderkürzungen in wichtigen Absatzmärkten verantwortlich. Für 2012 verspricht er dagegen Besserung.

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Kontrolle einer Solarzelle.

(Foto: dapd)

Nach einem schwachen Start ins laufende Jahr macht der Solarkonzern Q-Cells wenig Hoffnung auf Zuwächse in 2011. Der Preisdruck sei "enorm" und die Auswirkungen der Förderkürzungen in wichtigen Absatzmärkten wie Deutschland und Italien schwer kalkulierbar, erklärte Vorstandschef Nedim Cen.

Zudem nehme der Wettbewerb vonseiten der asiatischen Konkurrenten zu. Daher erwarte er 2011 lediglich einen operativen Gewinn auf Vorjahresniveau von rund 82 Millionen Euro. Aber auch einen Rückgang schloss der Firmenchef nicht aus. Beim Umsatz hält Cen sowohl eine Verringerung um 50 Millionen auf 1,3 Milliarden Euro als auch eine Steigerung auf 1,5 Milliarden für möglich.

Für das kommende Jahr setzt der Q-Cells-Chef indes auf Besserung. Umsatz und Gewinn sollen dann steigen. Rückenwind verspricht sich der Vorstand aus den USA, China und Indien. Experten erwarten eine zunehmende Nachfrage aus diesen Regionen.

Börsianer not amused

Der Start ins Jahr 2011 sei wegen des harten Winters von einer schwachen Nachfrage geprägt gewesen, führte Cen aus. In den ersten beiden Monaten seien die Geschäfte in einigen Bereichen schlechter als im Vorjahr gelaufen.

Bei den Anlegern konnte Q-Cells mit der verhaltenen Prognose nicht punkten: Die Aktie notierte im Minus. "Der Ausblick ist eine Enttäuschung", erklärte DZ-Bank-Analyst Sven Kürten. Die Reaktion auf den Erfolg der Grünen bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg und die Ereignisse in Japan sei zu stark gewesen, fügte Kürten mit Blick auf die Kursgewinne der vergangenen Tage hinzu. Er bekräftigte seine Verkaufsempfehlung.

2010 hatte der Hersteller von Solarzellen und -modulen vom
Boom in Deutschland und Italien profitiert und die Rückkehr in die Gewinnzone geschafft. Bei einem Umsatzplus von über 70 Prozent auf 1,35 Milliarden Euro verbuchte der Konzern netto einen Gewinn von rund 19 Millionen Euro. 2009 war noch ein Milliardenverlust angefallen. Für die Besitzer von Vorzugsaktien soll es eine Dividende geben: Satzungsgemäß sollen drei Cent je Aktie gezahlt werden.

Quelle: n-tv.de, rts

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23.04.09