Wirtschaft

iPhone verschlingt Blackberry-Jobs RIM schockiert Aktionäre

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Fertig verpackt im Regal: Das Playbook von RIM.

(Foto: REUTERS)

Der Erfolg von Apple und der Siegeszug der Android-Smartphones bringt den Blackberry-Hersteller RIM immer stärker in Bedrängnis: Das kanadische Unternehmen muss abermals den Ausblick senken und kündigt einschneidende Maßnahmen an. Der Aktienkurs rutscht ab.

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Das Alleinstellungsmerkmal verloren: RIM-Co-Chef Jim Balsillie.

(Foto: REUTERS)

Der kanadische Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM) hat erneut seinen Ausblick gesenkt und Investoren schockiert. Die schwierigen Bedingungen, die im April zu einer Gewinnwarnung führten, würden wahrscheinlich fortbestehen, teilte RIM mit. Als Grund nannte das Unternehmen Verspätungen bei der Einführung neuer Produkte. Im laufenden Quartal rechnet RIM nun mit einem Gewinn zwischen 0,75 und 1,05 Dollar. Analysten waren im Durchschnitt von 1,40 Dollar ausgegangen. Der Umsatz soll zwischen 4,2 Mrd. und 4,8 Mrd. Dollar liegen. Auch der Gewinnausblick für das gesamte Geschäftsjahr wurde gesenkt. Im nachbörslichen Handel gaben die in den USA gehandelten RIM-Papiere um mehr als 15 Prozent nach.

Die schwierige Geschäftslage zwingt RIM zu Stellenstreichungen. Das Unternehmen werde "seinen Geschäftsbetrieb straffen, dazu gehört auch eine Verringerung der Mitarbeiterzahl", kündigte RIM am Firmensitz im kanadischen Waterloo an. Wie viele Leute gehen müssen, blieb zunächst offen. RIM habe ein schwieriges erstes Geschäftsquartal hinter sich, räumte Co-Chef Jim Balsillie ein. Von April bis Mai verkaufte das Unternehmen 13,2 Mio. Blackberry-Handys und damit weniger als erwartet. Zum Vergleich: Apple setzte binnen drei Monaten zuletzt 18,7 Mio. iPhones ab.

Statussymbol auf Verfolgungsjagd

Der Blackberry ist zwar nach wie vor bei Managern und Politikern beliebt. RIM ist aber scharfer Konkurrenz durch das iPhone von Apple und Smartphones mit dem Betriebssystem Android von Google ausgesetzt. Dazu kommt der Konkurrenzkampf bei neuen Plattformen wie den Tablet-PCs: RIMs neueste Umsatzhoffnung, das Playbook, verkaufte sich unterdessen besser als von Analysten erwartet. In den sechs Wochen nach der Markteinführung wurden 500.000 Geräte ausgeliefert. Experten hatten im Durchschnitt mit 366.000 gerechnet. Das Playbook ist das Konkurrenzmodell zum erfolgreichen iPad von Apple. Der Technologieführer hatte binnen drei Monaten 4,7 Mio. iPads verkauft. "Bis dahin ist es für RIM ein weiter Weg", kommentierte ein Analyst.

RIM konnte zwar mehr Geschäft machen als im Vorjahreszeitraum, als der gesamte Smartphone-Markt noch kleiner war. Gegenüber dem Vorquartal ging der Umsatz aber um 12 Prozent auf 4,9 Mrd. Dollar zurück - das ist ungewöhnlich in der boomenden Smartphone-Branche. Der Gewinn fiel sogar um 26 Prozent auf unterm Strich 695 Mio. Dollar.

Anleger verlieren den Glauben

"Die Abschwächung, die wir im ersten Quartal gesehen haben, setzt sich im zweiten Quartal fort", sagte Balsillie und senkte daraufhin die Gewinnprognose für das Gesamtjahr. Die Investoren waren geschockt: Mit dem jüngsten Kursrutsch setzte die Aktie ihren Abwärtstrend der vergangenen Monaten fort. Nicht einmal ein parallel angekündigter Aktienrückkauf, der eigentlich den Kurs treibt, konnte den Verfall stoppen.

RIM gehört zu den Pionieren in der Smartphones-Welt. Das Unternehmen setzte aber zu lange auf die einst für Blackberrys charakteristische, aber platzraubende Tastatur, während Apple mit seinem iPhone den großen, berührungsempfindlichen Bildschirmen den Weg ebnete. Stärkste Macht im Smartphone-Markt ist nach den Daten des Marktforschers mittlerweile allerdings Google mit seinem Android-Betriebssystem, das in einer Vielzahl von Modellen unterschiedlicher Hersteller steckt.

Quelle: n-tv.de, dpa/rts

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