Wirtschaft

Britische Standort gesichert RWE und EnBW weiten Windparkgeschäfte aus

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RWE betreibt bereits mehrere Offshore-Windparks.

(Foto: picture alliance / dpa)

Bis 2030 will Großbritannien etwa einen Drittel seines Energiebedarfs aus Meereswind produzieren. Dazu sind große Flächen im Meer versteigert worden. Mit RWE und EnBW haben bei einer Mega-Auktion auch zwei deutsche Firmen

Die deutschen Energiekonzerne RWE und EnBW haben sich im hart umkämpften britischen Markt für Offshore-Windenergie große Entwicklungsflächen gesichert. RWE teilte mit, zum bevorzugten Bieter für die Entwicklung zweier benachbarter Offshore-Windparks 110 Kilometer nordöstlich der Küste Englands erklärt worden zu sein. EnBW war im Bündnis mit dem Ölkonzern BP erfolgreich. Die Unternehmen bekamen den Zuschlag für die Entwicklung zweier Gebiete in der irischen See, etwa 30 Kilometer von der Küste entfernt. Da in deutschen Gewässern Flächen vor der Küste Mangelware werden, drängen die Versorger ins Ausland.

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Die Auktion in Großbritannien war die erste ihrer Art und Größe seit Jahren. Großbritannien ist der größte Markt für Offshore-Wind weltweit. Das Königreich will bis 2030 etwa ein Drittel seinen Stroms mit dieser Technologie decken. RWE ist hier schon länger unterwegs. Die Essener sind einer der größten Ökostromerzeuger Europas.

Für die Entwicklung zweier Felder sei der Konzern als bevorzugter Bieter ausgewählt worden. Die Flächen befänden sich auf der Doggerbank, einer Sandbank nordwestlich der Deutschen Bucht. RWE entwickelt in der Nähe bereits ein Projekt. Die potenzielle Gesamtkapazität betrage 3000 Megawatt. Der durchschnittliche Preis zur Pacht der Standorte sei mit 82.552 Pfund (rund 94.000 Euro) pro Megawatt und Jahr der niedrigste Zuschlagspreis im Rahmen der Auktion gewesen.

Finanzchef Markus Krebber, der in diesem Jahr den Chefposten übernehmen soll, hat auch Märkte in Asien im Blick und will auch in den USA das Geschäft mit der Windenergie weiter ausbauen.

EnBW betonte in einer Telefonkonferenz mit Journalisten, in dem kapitalintensiven Geschäft auf Partnerschaften zu setzen. Vertrauen sei hierbei von großer Bedeutung. Mit BP haben die Karlsruher einen Partner gefunden, der wie andere große Ölfirmen in das Ökostromgeschäft drängt.

Die beiden Unternehmen bekamen die Flächenrechte für zwei Areale in der irischen See Dort sei der Bau von zwei Offshore-Windparks mit einer Leistung von insgesamt drei Gigawatt geplant, die 2028 in Betrieb gehen sollen.

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BP hat ambitionierte Ziele. Mit Milliardensummen will der Ölmulti bis 2030 über eine Kapazität von Ökostromanlagen von 50 Gigawatt verfügen. Heute sind es gerade einmal 3,3 Gigawatt.

Mit dem französischen Multi Total war ein weiterer Ölriese erfolgreich. Im Bündnis mit der Green Investment Group der Macquarie Bank erhielt der Konzern den Zuschlag für ein Projekt mit einer Leistung von 1,5 Gigawatt. Ein weiterer Meereswindpark mit einer Leistung von 480 Megawatt soll von dem spanischen Versorger Cobra Instalaciones y Servicios und dem schottischen Windkraftanbieter Flotation Energy gebaut werden.

Quelle: ntv.de, jwu/rts/DJ

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