Wirtschaft

Drei Beschuldigte in U-Haft Razzia wegen Anlagebetrugs

Nach monatelangen Ermittlungen werden Büros und Wohnungen von zahlreichen Verdächtigen durchsucht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen Marktmanipulation und Insiderhandel vor.

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Bei den Ermittlungen geht es unter anderem um den Vorwurf der Marktmanipulation.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Schlag gegen mutmaßliche Anlagebetrüger: Die Staatsanwaltschaft München hat die Büros und Wohnungen von Dutzenden Verdächtigen durchsuchen lassen. Der Razzia gingen mehr als zweijährige Ermittlungen voraus, die Vorwürfe lauten auf Marktmanipulation und Insiderhandel mit Aktien, sagte die Sprecherin der Anklagebehörde und bestätigte damit einen Bericht der "Financial Times Deutschland".

Dem Bericht zufolge haben bereits am Dienstag Ermittler insgesamt 48 Büro- und Privaträume bundesweit und in Österreich durchsucht. Die Ermittlungen richteten sich gegen insgesamt 31 Verdächtige, hieß es. Betroffen seien Aktien von 20 verschiedenen Gesellschaften. Drei Beschuldigte sitzen in Untersuchungshaft.

Der Zeitung zufolge stehen die Ermittlungen unter anderem in Zusammenhang mit der Affäre um den Bezahldienstleister Wirecard im Sommer 2008. Der damalige Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SDK), Markus Straub hatte dem Unternehmen öffentlich Bilanzmanipulation vorgeworfen und gleichzeitig auf fallende Aktienkurse gewettet. Straub ist nicht mehr für die Aktionärsschützer tätig. SDK- Chef Klaus Schneider bestätigte der Zeitung, dass Büros der Schutzgemeinschaft durchsucht wurden und betonte, dass gegen Organe des Vereins nicht ermittelt werde.

Außerdem gehe es bei den Ermittlungen um den Handel mit so genannten Pennystocks, also fast wertlosen Aktien, so die "FTD". Diese Papiere seien durch positive Nachrichten nach oben getrieben und dann wieder verkauft worden. Teilweise seien auch andere Aktien durch negative Nachrichten in die Verlustzone gebracht und daraus Geschäfte gemacht worden.

Quelle: ntv.de, dpa