Wirtschaft

Umsatz bricht um 23 Prozent ein Reiseanbieter erleben schwarzes Quartal

imago0101703522h.jpg

Die Reisebranche litt vor allem durch die europaweiten Grenzschließungen.

(Foto: imago images/Chris Emil Janßen)

Die deutschen Reiseanbieter leiden besonders unter den Folgen der Corona-Krise. Der Umsatzrückgang fällt im ersten Quartal des Jahres drastisch aus. Hoffnung sollen die Lockerungen der Maßnahmen und die steigende Reiselust der Bundesbürger machen.

Die Corona-Krise hat die Umsätze der Reiseanbieter in Deutschland im ersten Quartal einbrechen lassen. Die Erlöse von Reisebüros, Veranstaltern und sonstigen Reservierungsdienstleistern schrumpften gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 23 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Dies sei der stärkste Rückgang seit der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise 2008.

Die Tourismusbranche ist mit am härtesten von der Corona-Krise getroffen. Grenzschließungen ab Mitte März sowie die weltweite Reisewarnung der Bundesregierung brachten das Geschäft praktisch zum Erliegen. Seit Anfang der Woche sind Reisen in viele europäische Länder wieder möglich, zuvor hatte es bereits Lockerungen für Urlaub in Deutschland gegeben.

Ob dies der Branche Aufwind verleihen werde, hänge nicht zuletzt von der Reise- und Ausgabebereitschaft der Verbraucher ab, erklärte die Wiesbadener Behörde. Im Jahr 2018 hatte fast jeder fünfte Haushalt Ausgaben für eine Pauschalreise. Im Durchschnitt waren es rund 1000 Euro.

Gutscheine statt Kosten-Erstattung

Um Reiseanbieter finanziell zu entlasten, hatte die Bundesregierung Ende Mai eine Regelung für eine freiwillige Gutscheinlösung auf den Weg gebracht. Demnach können Reiseanbieter und Reisebüros den Kunden für Pauschalreisen, die wegen der Corona-Pandemie entfielen, anstelle der unverzüglichen Erstattung der Vorauszahlung auch Gutscheine im entsprechenden Wert anbieten. Die Reisenden können aber selbst entscheiden, ob sie den Gutschein annehmen.

Die Reisebranche mit ihren 13.300 Unternehmen zählte 2018 rund 110.000 Beschäftigte, nachdem es 2008 nur knapp 78.000 waren. Dabei gab es etwa dreimal so viele Reisebüros (8900) wie Reiseveranstalter (2900).

Quelle: ntv.de, mba/rts/dpa