Wirtschaft

Probleme in Ägypten und Tunesien Reisekonzerne stöhnen

Die Unruhen in Nordafrika belasten die Erlöse von Thomas Cook und TUI Travel enorm. Beide Reiseveranstalter verzeichnen Einbußen im zweistelligen Millionenbereich. Zudem macht beiden Unternehmen die schwierige wirtschaftliche Lage in Großbritannien sehr zu schaffen.

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Leerer Strand in der Nähe der tunesischen Stadt Sousse.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Unruhen in Tunesien und Ägypten sorgen für sinkende Erlöse bei den europäischen Reiseveranstaltern und den Fluggesellschaften. Thomas Cook - die Nummer zwei in Europa hinter TUI Travel - sprach von Einbußen von voraussichtlich 20 Millionen Pfund (23,6 Millionen Euro). Durch die Reisewarnungen könnten viele Urlauber derzeit nicht in die beliebten Ferienregionen.

Erst gegen Ende des Monats dürfte sich die Lage in Tunesien normalisieren, sagte Thomas-Cook-Chef Manny Fontenla-Novoa. In Ägypten, wo der Badebetrieb in den Touristenzentren weiterläuft, sei erst bis Mitte oder Ende April mit einer Besserung der Situation zu rechnen.

Bei Thomas Cook machen Reisen nach Tunesien und Ägypten sieben Prozent des Konzernumsatzes aus. Damit das Unternehmen während der Krise nicht auf diese Einnahmen verzichten muss, wurden entsprechende Pläne erarbeitet. Die Veranstalter bieten den Kunden nun verstärkt Reisen in andere beliebte Urlaubsregionen an. Statt nach Nordafrika fahren die Urlauber nun auf die Kanaren und im Sommer in Länder wie Griechenland oder Spanien. Dort hätten die Umsätze zuletzt 20 und teilweise bis zu 30 Prozent angezogen, sagte Fontenla-Novoa.

Der größere Rivale TUI Travel hatte vergangene Woche Einbußen von bis zu 30 Millionen Pfund angekündigt. Aber auch Airlines bekommen die Krise in Nordafrika zu spüren. Die französisch-niederländische Fluggesellschaft Air France-KLM erklärte, die angespannte Lage in Tunesien, Ägypten und der Elfenbeinküste belaste allmählich die Umsätze.

Probleme auch in Großbritannien

In dem von den Unruhen noch unbeeinflussten ersten Geschäftsquartal bis Ende Dezember verbuchte Thomas Cook dank höherer Preise einen Umsatzanstieg um sieben Prozent auf 1,81 Milliarden Pfund. Der bereinigte operative Verlust ging um zehn Prozent auf 37,3 Millionen Pfund zurück. Vor Steuern stand wegen höherer Finanzkosten allerdings ein Minus von 99,3 Millionen Pfund nach minus 80,6 Millionen Pfund im Vorjahreszeitraum. Reisekonzerne machen den Großteil ihrer Gewinne im Sommer und schreiben daher über den Winter meist Verluste.

Sorgenkind bleibt neben der Situation in Nordafrika weiterhin der Heimatmarkt Großbritannien. Dort sei die Wirtschaftslage weiter unsicher. Für die laufende Wintersaison lägen die Buchungen auf Vorjahresniveau. Das Sommergeschäft ist in ganz Europa hingegen gut angelaufen mit einem Buchungsplus zwischen sechs Prozent (Großbritannien und die Region West-/Osteuropa) und 13 Prozent (Skandinavien).

Quelle: n-tv.de, rts

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