Wirtschaft

Nach dem großen Erdbeben S&P senkt Japan-Ausblick

Einsam im Kampf gegen die Staatsschulden: Notenbankchef Masaaki Shirakawa (Archivbild).

Einsam im Kampf gegen die Staatsschulden: Notenbankchef Masaaki Shirakawa (Archivbild).

(Foto: REUTERS)

Eine Ratingagentur bestätigt, was Beobachter schon lange ahnen: Die Erdbebenkatastrophe vom 11. März und die Folgen werden Japan finanziell schwer belasten. Nach Einschätzung der Analysten sollte Tokio am besten gleichzeitig sparen und wiederaufbauen.

Alltag einer erschütterten Exportnation: Im Hafen von Yokohama südlich von Tokio prüft ein Kontrolleur Container routinemäßig auf Strahlenbelastung.

Alltag einer erschütterten Exportnation: Im Hafen von Yokohama südlich von Tokio prüft ein Kontrolleur Container routinemäßig auf Strahlenbelastung.

(Foto: REUTERS)

Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat den Ausblick auf die künftige Bonitätsbewertung von Japan von "stabil" auf "negativ" heruntergestuft. Hintergrund seien das verheerende Erdbeben vom 11. März und die nachfolgende Atomkatastrophe, teilte S&P mit.

Die Kosten, die zur Beseitigung der Schäden der Dreifach-Katastrophe aus Erdbeben, Tsunami und Reaktor-Havarien aufgebracht werden müssten, stellen die Finanzkraft Japans vor eine große Herausforderung.

Die Ausmaße der ökonomischen Beeinträchtigung durch das havarierte Atomkraftwerk Fukushima sind auch Wochen nach dem Beginn der Katastrophe kaum abzuschätzen. Dazu käme die bereits immense Staatsverschulung, betonten die S&P-Analysten.

Kurzfristig nur Trümmer

Das langfristige Bonitätsrating liege weiter bei "AA-", teilte Standard & Poor's mit. Die Auswirkungen der Naturkatastrophe dürften das mittelfristige Wachstumspotenzial des Landes nicht wesentlich beeinträchtigen. Wie es kurzfristig weitergehe, hänge vom Umgang der japanische Regierung mit der ausufernden Verschuldung ab.

Die Ratingagentur geht von Kosten für den Wiederaufbau zwischen 20 und 50 Billionen Yen aus. Umgerechnet entspricht das einer Spanne von etwa 167  bis 417 Mrd. Euro.

Quelle: ntv.de, dpa/rts

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