Wirtschaft

Gewinnwarnung und Kurseinbruch SMA Solar am Scheideweg

SMA SOLAR beliefert den Solar- und Windenergie-Markt nach eigenen Angaben mit Wechselrichtern für

SMA Solar beliefert den Solar- und Windenergie-Markt nach eigenen Angaben mit Wechselrichtern für "jede Anlagengröße".

SMA Solar zieht die Reißleine: Wegen der gekürzten Fördergelder erwartet der Solartechniker einen deutlichen Umsatzeinbruch und reagiert darauf mit einem drastischen Stellenabbau. Die Anleger sind verunsichert und reagieren ihrerseits panisch.

SMA Solar
SMA Solar 26,12

Einen schwarzen Freitag erleben die Anleger des deutschen Solarunternehmens SMA Solar. Nach der Umsatz- und Gewinnwarnung sind die Aktienkurse des Solartechnikherstellers am Freitag abgestürzt: Sie brachen um ein Viertel ein und sackten unter die 20-Euro-Marke.

Der Grund dafür liegt in einer drastischen Umsatz- und Gewinnwarnung: SMA kündigte einen kräftigen Umsatzrückgang für 2013 auf 0,9 Mrd. bis 1,3 Mrd. Euro (2012: 1,3Mrd. bis 1,5 Mrd. Euro) an und schloss auch einen Verlust nicht aus. Um Kosten zu drücken, will sich SMA Solar von 450 seiner weltweit gut 5500 Mitarbeiter sowie von 600 Zeitarbeitern trennen.

Branchenumbruch

Die Solarfirmen kämpfen an vielen Fronten: Neben Subventionskürzungen und der Konkurrenz aus China macht ihnen auch die Schuldenkrise in Südeuropa zu schaffen. Einige Hersteller mussten bereits ihre Zahlungsunfähigkeit eingestehen. SMA ist der größte Anbieter von Wechselrichtern, die Gleichstrom aus Photovoltaik-Anlagen in den gebräuchlichen Wechselstrom umwandeln. Der Konzern aus Niestetal bei Kassel beliefert ein Drittel des Weltmarkts.

"Die Wachstumsimpulse der außereuropäischen Solarmärkte reichen nicht aus, um den erwarteten Nachfragerückgang in Europa zu kompensieren", sagte Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon laut Mitteilung.  Keinen Stellenabbau werde es in der Entwicklung geben.

Auch mit Produktivitätsfortschritten und Innovationen könne kein Ausgleich geschaffen werden. "Im besten Fall rechnen wir 2013 mit einem ausgeglichenen operativen Ergebnis", sagte Urbon.

Vom Stellenabbau verschont bleibt die Entwicklung. SMA will hier im kommenden Jahr mehr als 100 Mio. Euro investieren und damit wichtige Zukunftstechnologien vorantreiben. "Wenn es uns gelingt, durch technologische Innovationen die Herstellungskosten zu reduzieren und den Markt für Energiemanagement- und Solar-Diesel-Hybrid-Systeme zu erschließen, werden wir ab 2014 wieder zur Profitabilität zurückkehren können", sagte Urbon.

Große Chancen sieht er laut SMA auch bei Photovoltaikanlagen der Kraftwerksklasse in den sonnenreichen Regionen. Zudem werde in Europa und Amerika der Anteil des Stroms aus der Photovoltaik-Anlage, den ein Haushalt selbst nutzen kann, stark an Bedeutung gewinnen. "Wir können uns gerade in diesem attraktiven Wachstumssegment durch innovative Technologien vom Wettbewerb absetzen und eine wirtschaftliche Energieversorgung ohne Förderung ermöglichen."

Quelle: n-tv.de, bad/dpa/rts

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