Wirtschaft

Verbote für Exxon Mobil und BP? Sanktionen hemmen russische Ölförderung

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Für die Erschließung der Vorkommen nutze die russische Öl-Branche in der Regel Technologie aus dem Ausland.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die Sanktionen gegen Russland zeigen im Rohstoffsektor Wirkung: Fehlende Technik aus dem Westen erschwert die Erschließung neuer Ölfelder im Land. Auch westliche Konzerne dürfen sich künftig möglicherweise nicht mehr daran beteiligen.

Die westlichen Sanktionen gegen Russland verzögern der Moskauer Regierung zufolge die Ausbeutung schwer zugänglicher Ölvorkommen in der Arktis, in der Tiefsee oder in Schiefergesteinsformationen. Die Strafmaßnahmen wirkten sich bereits auf die Entwicklung solcher Felder sowie die Produktion von Schieferöl aus, sagte Rohstoffminister Sergej Donskoi der Nachrichtenagentur Interfax zufolge.

Für die Erschließung der Vorkommen nutze die heimische Branche in der Regel Technologie aus dem Ausland und passe sie den örtlichen Bedingungen an. Aber die Europäische Union und die USA haben wegen des Ukraine-Konflikts Sanktionen gegen Russland verhängt, durch die auch Lieferungen bestimmter Technologieprodukte für die Ölgewinnung in der Arktis und die Produktion von Schieferöl verboten sind.

Es könnte noch dicker kommen: Die USA und die EU wollen einem Medienbericht zufolge auch Milliardeninvestitionen der größten westlichen Energiekonzerne in die Ölförderung in Russland stoppen. Durch die Verhängung neuer Sanktionen sollen amerikanische und europäische Unternehmen daran gehindert werden, in Russland nach schwer zugänglichen Ölvorkommen zu suchen, wie die Agentur Bloomberg unter Berufung auf drei US-Vertreter berichtete. Zu den betroffenen Firmen zählten auch Exxon Mobil und BP.

Möglicherweise weltweit größten Vorkommen an Schieferöl

Russland ist die weltgrößte Rohöl-Fördernation, steht bei der Ausbeutung schwer zugänglicher Vorkommen aber noch ganz am Anfang. Weil sich die Vorräte in gut erschlossene Lagerstätten langsam dem Ende zuneigen, setzt das Land für die Zukunft stark auf neue Felder und neue Fördermethoden. So werden in Russland die weltweit größten Vorkommen an Schieferöl vermutet. In den USA werden Schiefergesteine mit der umstrittenen Fracking-Methode bereits in großem Stil ausgebeutet.

Zuletzt war bekannt geworden, dass der Ölkonzern Rosneft milliardenschwere Staatshilfen von der russischen Regierung erhalten könnte. Rosneft-Chef Igor Setschin habe um Hilfe im Volumen von umgerechnet rund 31 Milliarden Euro gebeten, um die Folgen der wegen Russlands Ukraine-Politik erlassenen Sanktionen abzufangen, teilte Moskau mit. Rosneft ist hochverschuldet, nachdem es 2013 den Zukauf der britisch-russischen Ölfirma TNK-BP im Volumen von etwa 42,5 Milliarden Euro finanzierte.

Quelle: n-tv.de, kst/rts

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