Wirtschaft

Gläubiger entscheiden Schicksalstag für Karstadt

Bei der Gläubigerversammlung der Warenhauskette Karstadt will Insolvenzverwalter Görg den Weg für den Einstieg eines Investors frei machen. Bei der Veranstaltung in der Kantine der Essener Karstadt-Zentrale sind die Gläubiger aufgerufen, über den Insolvenzplan abzustimmen.

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(Foto: dpa)

Die Verhandlungen über den Verkauf der insolventen Warenhausgruppe Karstadt gehen in die entscheidende Phase. Er verhandele weiter mit Investoren und sehe die Chance, "das Ding über die Kippe zu bekommen", sagte Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg vor Beginn einer Versammlung der Karstadt-Gläubiger in Essen. Die Gläubiger sollen über seinen Insolvenzplan abstimmen und damit die Voraussetzungen für den Verkauf schaffen. "In den letzten Wochen wurden aussichtsreiche Gespräche mit verschiedenen Investoren geführt", erklärte Görg. Angebote würden in den nächsten Wochen erwartet. "Es ist ein Ritt auf der Rasierklinge", betonte er. Bis Ende des Monats muss er einen Käufer gefunden haben.

Sein Insolvenzplan sieht finanzielle Zugeständnisse von Vermietern, Belegschaft und anderen Gläubigern in dreistelliger Millionenhöhe vor, damit Karstadt als Ganzes erhalten und verkauft werden kann. Die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Margret Mönig-Raane sagte, die Belegschaft habe ihren Beitrag zur Sanierung geleistet. Nun sei Görg am Zug.

Metro im Blick

Der Insolvenzverwalter will Karstadt als Ganzes verkaufen und verhandelt dazu mit Investoren. Konkurrent Metro ist Görg zufolge nicht in die Gespräche eingebunden, weil der Düsseldorfer Konzern nur einzelne Warenhäuser übernehmen und mit seiner Tochter Kaufhof zusammenführen will. Mit Blick auf Metro sagte Görg, man müsse abwarten, was geschehe, wenn Karstadt doch aufgeteilt werden müsse.

Metro liegt derzeit in Lauerstellung. Der Konzern schafft nach Angaben von mit dem Vorgang vertrauten Personen mit Banken und juristischen Beratern aktuell die Voraussetzungen, um schnell reagieren zu können, wenn Görg kein Verkauf der gesamten Kette gelingt und ein Verkauf einzelner Karstadt-Filialen ansteht. Im vergangenen Jahr hatten die Deutsche Bank und JP Morgan den Konzern beraten, als bereits schon einmal eine Karstadt-Übernahme erwogen worden war. Diese Banken dürften Metro nun erneut beraten.

Quelle: n-tv.de, rts

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23.04.09