Wirtschaft

Internet-Störung zur Fußball-WM Seekabel bremst Reporter

Wenige Tage vor dem Finale der Fußballweltmeisterschaft 2010 fällt vor der Küste Kenias eine wichtige Kabelverbindung aus. Der Störfall am Meeresgrund beeinträchtigt den Datenverkehr mit Europa - und wirft ein Schlaglicht auf die Nervenstränge der modernen Kommunikation.

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Sonnenaufgang über dem Indischen Ozean: Mombasa ist die zweitgrößte Stadt Kenyas - von hier aus läuft ein Glasfaserkabel nach Indien.

(Foto: REUTERS)

Ein Defekt an einer zentralen Glasfaserleitung vor der Küste von Kenia hat zu Störungen im Internet-Verkehr zwischen Afrika und Europa geführt. Datenverbindungen innerhalb von Afrika seien nicht betroffen, teilte der Betreiber Seacom mit.

Das Unternehmen schickte eigenen Angaben zufolge sofort ein Schiff zum Ort der Störung, dessen Besatzung den Schaden beheben soll.

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Ein sogenannter "Repeater" vor seiner Reise in die Tiefe.

(Foto: Seacom)

Seacom erwartet, dass dies mindestens sechs bis acht Tage dauern wird. Für die Dauer der Störung bemühe sich das Unternehmen um alternative Verbindungen.

Betroffen waren vor allem die direkten Kunden des Kabelbetreibers Seacom. "Für das Ökosystem Internet ist das aber kein größerer Ausfall", sagte Frank Orlowski vom Internet-Knoten DE-CIX in Frankfurt am Main.

Der Defekt trat vor der Küste von Kenia am Leitungsverstärker eines Glasfaserkabels zwischen Mombasa und dem indischen Mumbai auf, teilte Seacom weiter mit.

WM-Bilder kommen durch

Für die Übertragung von Informationen zur Fußball-WM sei die Störung nicht relevant, sagte DE-CIX-Manager Orlowski. Insbesondere die Fernsehbilder kämen über Satellit nach Europa und würden erst dort in die Netze eingespeist.

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Richtung Indien: Kabelverlegen ist nur im Prinzip ganz einfach.

(Foto: Seacom)

Mehrere Twitter-Nutzer beklagten Einschränkungen ihrer Internet-Nutzung, darunter auch an südafrikanischen Universitäten. Auch eine Reihe von WM-Reportern in Südafrika hatten mit einem sehr zähen Datenfluss oder längeren Ausfällen zu kämpfen.

Der Technik-Vorstand des Internet-Unternehmens Strato, Christian Müller, erklärte, von dem Ausfall seien vor allem Internet-Provider in Südostafrika betroffen, die oft nur an einem einzigen Kabel angeschlossen seien. Damit verringere sich die ohnehin geringe Bandbreite für Internetnutzer in Afrika zusätzlich. "Aus europäischer Sicht gibt es aber eine Menge anderer Kabel, die den überregionalen Datenverkehr aufnehmen."

Quelle: ntv.de, dpa