Börsenhandel rund um die Uhr?Shanghai will nie mehr schließen

Rund um die Welt konkurrieren Marktmacher und Börsenbetreiber um die Vorherrschaft im Geschäft mit den globalen Finanzströmen. Im harten Wettbewerb zwischen London, Sydney, Frankfurt und New York prescht die Börse Shanghai mit einer eigentlich naheliegenden Idee nach vorn: Die Chinesen wollen die Schlussglocke für immer einmotten.
Die Börse der chinesischen Finanzmetropole Shanghai will langfristig
24 Stunden pro Tag öffnen. "Der Rund-um-die-Uhr-Handel ist ein Traum für jede
Börse", sagte der Vizechef des Handelsplatzes, Liu Xiadong, der staatlichen
Zeitung "China Daily".
Es sei "sehr wahrscheinlich",
dass die Börse von Shanghai innerhalb der nächsten zehn Jahre den 24-Stunden-Handel
starten werde. "Wir unternehmen große Anstrengungen, um dieses Ziel zu erreichen."
Die ebenfalls staatliche Zeitung "Shanghai Securities News"
zitierte aus einem Strategiepapier, demzufolge die Börse in Shanghai das Ziel verfolgt, zu "einem
der einflussreichsten" Handelsplätze der Welt aufzusteigen.
Um diese Ziel im harten Wettbewerb mit den europäischen Börsenplätzen und dem Handel in New York und Chicago zu erreichen, wollen die Chinesen dem Strategiepapier zufolge vor allem internationale Unternehmen anziehen sowie chinesische Firmen, die ihre
Sitz im Ausland haben.
Vor allem die auswärtigen chinesischen Unternehmen sollen ihre Aktien künftig auch an der Börse von Shanghai
listen lassen. Beobachter spekulieren, wie der Börsenplatz mehr Anziehungskraft entwickeln könnte. Denkbar wäre, dass Shanghai zum Beispiel die Gebühren senkt, was den internationalen Wettbewerb weiter anheizen dürfte.