Wirtschaft

Nach Tariferhöhung in Sydney Shitstorm zwingt Uber zur Kehrtwende

Uber versucht, aus der Geiselnahme von Sydney Kapital zu schlagen. Erst nach einem aufziehendem Shitstorm rudert das Fahrdienstunternehmen zurück. Nun fällt man ins andere Extrem.

3mku4845.jpg4075750575472582264.jpg

Geiselnahme in einem Café in Sydney.

(Foto: dpa)

Das Fahrdienstunternehmen Uber hat nach der Geiselnahme in Sydney seine Preise in der australischen Metropole drastisch erhöht und damit einen Sturm der Entrüstung verursacht. Kunden berichteten, für Fahrten aus der Innenstadt zum Flughafen, die normalerweise 60 Australische Dollar (40 Euro) kosten, hätten die Uber-Fahrer plötzlich 185 Dollar (122 Euro) verlangt. Twitter-Nutzer bezeichneten es als "Schande" und "armselig", dass Uber aus der Geiselnahme Kapital schlagen wollte.

Erst mit aufziehendem Shitstorm ruderte das Unternehmen zurück: Plötzlich bot es an, Menschen aus dem Stadtzentrum "kostenlos sicher nach Hause zu bringen" und die zuvor kassierten Wuchertarife zurückzuzahlen. In einer ersten Reaktion hatte Uber die Preiserhöhung noch gerechtfertigt. Damit habe man mehr Fahrer bewegen wollen, in der Gegend der Geiselnahme Passagiere aufzunehmen. Je höher die Tarife, desto mehr verdienen die freibeschäftigten Uber-Chauffeure.

Es gehört zur Uber-Strategie, bei einem Mangel an Taxis die Preise zu erhöhen, um mehr Fahrer zu finden. Die Behörden in den USA haben dem schon einen Riegel vorgeschoben, wenn es zu landesweiten Notfallsituationen kommt.

Wegen des Geschäftsmodells, Privatleute als Fahrer zu nutzen und durch die billigeren Tarife regulären Taxifahrern die Kunden wegzuschnappen, ist Uber hoch umstritten: In mehreren Ländern wurde der Fahrdienst bereits verboten.

Quelle: ntv.de, wne/AFP