Wirtschaft

Kartellverdacht in Brasilien Siemens zeigt sich offenbar selbst an

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U-Bahn-Züge in Sao Paulo (Archivbild).

(Foto: REUTERS)

Der Technologiekonzern steht im Verdacht, sich bei der Ausstattung von U-Bahn-Zügen in Sao Paulo mit Konkurrenten abgesprochen zu haben. Einem Bericht zufolge könnte das Unternehmen dank der Kronzeugenregelung um eine Strafe herumkommen. Im Visier der Behörden sind zudem Firmen aus Japan, Frankreich und Spanien.

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Der Technologiekonzern Siemens hat sich einem Bericht zufolge in Brasilien selbst wegen der Beteiligung an Kartellabsprachen bei der Ausrüstung von U-Bahnzügen in Sao Paulo und der Hauptstadt Brasilia angezeigt. Im Gegenzug für die Selbstanzeige habe Siemens eine Kronzeugenregelung unterzeichnet, die dem Konzern Immunität gewähren könnte, berichtete die brasilianische Zeitung Folha de S. Paulo.

Siemens habe Kenntnis von der Untersuchung zu den Kartellvorwürfen im Zusammenhang mit dem Bieterprozess für das Zugprojekt in Brasilien, hieß es in einer Stellungnahme des Konzerns. "Man kooperiere eng" mit den Behörden. Weitere Einzelheiten nannte das Unternehmen nicht.

Die brasilianische Wettbewerbsbehörde CADE hatte bereits am 4. Juli mitgeteilt, sie habe eine Kronzeugenregelung unterzeichnet, die zu einer Untersuchung hinsichtlich einer möglichen Kartellbildung geführt habe. Namen von Unternehmen wurden damals allerdings nicht genannt. Erste Hinweise hätten zu Durchsuchungen bei 13 Unternehmen in Brasilia und dem Raum Sao Paulo geführt, hieß es damals weiter. Eine CADE-Sprecherin wollte den Bericht nicht kommentieren.

Laut dem Bericht gehören dem mutmaßlichen Kartell neben Siemens auch Tochterfirmen von Alstom, Bombardier Construcciones y Auxiliar de Ferrocarriles (CAF) aus Spanien und der Mitsui & Co. aus Japan an. Bombardier und Alstom teilten jeweils mit, eng mit den Behörden zu kooperieren, wollten aber ebenso keine weiteren Auskünfte geben. Mitsui und CAF äußerten sich nicht. Nach Angaben der Zeitung könnten die Untersuchungen bis zu drei Monate dauern.

Quelle: ntv.de, jwu/rts/Dj

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