Wirtschaft
Montag, 28. September 2009

Schwarz-Gelb auf der Sonnenseite : Solarworld ganz entspannt

Die deutsche Solarbranche erwartet nach dem Regierungswechsel keine durchgreifenden Veränderungen bei der staatlichen Förderung der Ökobranche. Die FDP wüsste genau um die Hochtechnologie in der Photovoltaik und um die Bedeutung der mittelständisch geprägten Branche, so Solarworld-Chef Frank Asbeck.

Frank_Asbeck.jpgSowohl die CDU als auch die FDP hättem sich ganz klar zum Erneuerbare-Energien-Gesetz bekannt, so Asbexck weiter.

Dagegen rechnen einige Börsenanalysten damit, dass eine CDU/FDP-Regierung die Einspeisevergütung senken wird. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) garantiert den Erzeugern von Solarstrom derzeit Einspeisevergütungen deutlich über dem Marktpreis für Strom. In 2011 steht das EEG wieder zur Überarbeitung an.

Auch der Geschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW), Carsten Körnig, ist zuversichtlich und betonte: "Die Solarbranche mit ihren inzwischen 80.000 Beschäftigten gehört zum Rückgrat des deutschen Mittelstandes. Ich glaube, es kann sich keine Regierung leisten, den erarbeiteten Technologievorsprung leichtfertig aufs Spiel zu setzen."

Verbraucher entlasten

Asbeck, Gründungsmitglied der Grünen, verwies zudem auf seine jüngste Forderung, die staatlichen Solarsubventionen stärker als im Gesetz vorgesehen zu reduzieren. Die Weltmarktpreise für Solaranlagen seien stark gefallen und die Technologie habe sich verbessert. Dem müsse bei der Vergütung Rechnung getragen werden, um den Stromverbraucher nicht über Gebühr zu belasten, sagte er. So soll nach den Vorstellungen Asbecks bereits 2012 erreicht werden, dass Solarstrom nur noch so viel kostet wie Strom aus fossilen Brennstoffen.

An der Börse gerieten die Solarwerte am Montag unter Druck. Solarworld notierte rund vier Prozent im Minus, die Titel des weltgrößten Solarzellenherstellers Q-Cells verloren drei Prozent, Conergy gab rund zwei Prozent nach. Auch die Papiere von Zulieferern der Solarindustrie gerieten unter Druck. Die Titel von Wacker Chemie verloren zum Handelsauftakt mehr als drei Prozent. Das Münchener Unternehmen ist Europas größter Hersteller von hochreinem Silizium, das in unterschiedlichen Formen in der Solarindustrie zum Einsatz kommt.

Quelle: n-tv.de