Wirtschaft

Hapag-Lloyd bald an der Börse? TUI dampft Verluste ein

Der Reise- und Schifffahrtskonzern TUI profitiert im ersten Quartal von einer besseren Entwicklung der Tourismustochter TUI Travel und der Erholung der Beteiligung an Hapag-Lloyd. Der Verlust verringert sich deutlich.

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Die Unruhen in Ägypten und Tunesien könnten das zweite Geschäftsquartal belasten.

(Foto: picture alliance / dpa)

Europas größter Reisekonzern TUI hat dank einer starken Nachfrage nach Urlaubsreisen seinen Verlust zum Beginn des neuen Geschäftsjahres verringern können. Ein Unsicherheitsfaktor in diesem Winter bleibt für die Hannoveraner jedoch die angespannte Lage in Nordafrika, berichtete das Unternehmen in Hannover.

Der Verlust in den drei Monaten bis Ende Dezember verringerte sich auf 94,2 von 166 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum, wie TUI mitteilte. Auf die TUI-Aktionäre entfällt davon ein Minus von gut 46 Mio. Euro - deutlich weniger als von Analysten erwartet. Der Umsatz legte um elf Prozent auf 3,3 Mrd. Euro zu. Im Gesamtjahr erwartet TUI weiterhin ein positives Konzernergebnis und ein leicht höheres operatives Ergebnis.

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TUI hält an der Reederei knapp 50 Prozent.

(Foto: picture alliance / dpa)

Informierten Kreisen zufolge peilt TUI eventuell noch vor Ostern einen Börsengang von Hapag-Lloyd an. An der Reederei hält TUI 49,8 Prozent. Hapag-Lloyd verbuchte im ersten Quartal dank um ein Fünftel gestiegener Frachtraten einen bereinigten operativen Gewinn (Ebita) von 97 Mio. Euro nach einem Minus von 21 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.

Nordafrika belastet

Die Unruhen in Ägypten und Tunesien könnten die weitere Entwicklung im laufenden zweiten Geschäftsquartal belasten, hieß es. Tui hat einen Großteil seiner Reisen in die beiden Länder inzwischen eingestellt, zahlreiche Flüge wurden zu Urlaubszielen auf den Kanarischen Inseln, Balearen und in der Türkei umgeleitet. Diese "negativen Effekte" dürften zwischen Januar und März bei der wichtigsten Tochter Tui Travel sowie im Hotelgeschäft mit zusätzlichen 31 bis 37 Mio. Euro zu Buche schlagen.

"Wir bemühen uns, das Programm der geänderten Nachfrage anzupassen", sagte Finanzvorstand Horst Baier mit Blick auf die weiter angespannte Situation in Nordafrika. "Und wir hoffen, dass wir in den kommenden Monaten eine Stabilisierung sehen."

Am Vormittag treffen sich die Aktionäre in Hannover zur Hauptversammlung. 

Quelle: n-tv.de, dpa/rts

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