Wirtschaft

Vorgezogene Frühlingsgefühle Trendwende in der Industrie

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Wenn's draußen blüht, sorgt der Frühling dafür. Neue Umfragedaten wecken Frühlingsgefühle in der deutschen Industrie.

(Foto: picture alliance / dpa)

Es geht aufwärts. So abgedroschen das klingt, für die deutsche Industrie trifft es zu. Markit-Ökonomen sprechen bereits von einer Trendwende. Die positive Stimmung bei deutschen Unternehmen gibt auch der Eurozone neuen Schwung. Weitere Impulse kommen zu Jahresbeginn auch aus Spanien und Italien. Ein Sorgenkind bleibt aber.

Der Frühling beginnt zumindest konjunkturell in Deutschland bereits im Winter, denn die deutsche Industrie hat ihre monatelange Talfahrt gestoppt. Der Einkaufsmanagerindex kletterte im Januar um 3,8 Punkte und damit so stark wie seit dreieinhalb Jahren nicht mehr. Mit 49,8 Punkten liegt das Barometer nur noch knapp unter der Marke von 50 Zählern, ab der es Wachstum signalisiert. "Die deutsche Industrie hat zu Jahresbeginn eine deutliche Trendwende erlebt", sagte Markit-Ökonom Tom Moore, dessen Institut jeden Monat 500 Unternehmen befragt. Die Produktion habe nach neun Monaten erstmals wieder zugelegt.

Auch die Auftragsbücher füllen sich allmählich wieder. "Am deutlichsten verbesserte sich dabei die Nachfrage auf dem heimischen Markt", hieß es. Die exportorientierten Unternehmen hätten dagegen leichte Einbußen verkraften müssen. "Aber auch hier zeigte sich eine gewisse Entspannung, da der wieder zunehmende Bedarf aus Asien die nach wie vor schwache Nachfrage aus Südeuropa zumindest teilweise kompensierte", betonte das Markit-Institut.

Damit steigt die Hoffnung, dass die Unternehmen bald wieder mehr Mitarbeiter einstellen. Im Januar gab es allerdings den stärksten Stellenabbau seit einem halben Jahr.

Eurozone zeichnet ähnliches Bild

Auch die Industrie in den Euro-Ländern sieht wieder Licht am Ende des Tunnels. Der betreffende Einkaufsmanagerindex kletterte im Januar um 1,8 auf 47,9 Punkte. Das ist der höchste Stand seit knapp einem Jahr.

"Die Daten geben Anlass zur Hoffnung, dass die Wende zum Besseren im ersten Quartal ansteht", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. "Vorausgesetzt, es gibt keine neuen Hiobsbotschaften beim Thema Schuldenkrise, dürfte die Euro-Zone unseren Daten zufolge zur Jahresmitte wieder auf Wachstumskurs sein."

Zu verdanken ist dies zwar vor allem Deutschland. "Doch auch die anziehende Exportnachfrage gab dem Industriesektor neue Impulse, insbesondere in Spanien und Italien", schrieb Markit. In Spanien erreichte das Barometer den höchsten Stand seit anderthalb Jahren, in Italien den besten Wert seit knapp einem Jahr. Sorgen bereitet dagegen Frankreich: Hier fiel das Barometer auf 42,9 Punkte - nur Griechenland weist einen noch schlechteren Wert auf.

"Die Wachstumsunterschiede auf Länderebene blieben eklatant, vor allem zwischen den beiden Schwergewichtsländern Deutschland und Frankreich", sagte Williamson. "Während die Industrieproduktion in Deutschland wieder zulegte, wurde sie in Frankreich verstärkt zurückgefahren. Frankreich war überdies das einzige Land, in dem sich die Rezession verschärfte."

Sorge bereitet in der Eurozone aber wie in Deutschland auch die Entwicklung am Arbeitsmarkt. Die Industrie baute den zwölften Monat in Folge Stellen ab - und zwar in allen Ländern, mit Ausnahme der Niederlande. In Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich beschleunigte sich der Jobabbau sogar.

Quelle: ntv.de, rts

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