Wirtschaft

Weltgrößte Ölreserven Venezuela beansprucht Status

Venezuela und Saudi-Arabien streiten sich darüber, wer die größten nachgewiesenen Ölreserven besitzt. Die Südamerikaner vermelden neue Ölfunde. Saudi-Arabien spricht dagegen von unbewiesenen Reserven.

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Wer hat mehr? Venezuelas Staatschef Hugo Chávez mit dem saudischen König Abdullah.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Venezuela hat nach eigenen Angaben Saudi-Arabien als das Land mit den weltweit größten nachgewiesenen Erdölreserven abgelöst. Wie der venezolanische Ölminister Rafael Ramirez sagte, hat sein Land zu Beginn dieses Jahres nachgewiesene Vorräte von 297 Mrd. Barrel Rohöl. Zu Beginn des vergangenen Jahres hätten diese noch bei 217 Mrd. Barrel gelegen.

Nach Angaben der Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) verfügt Saudi-Arabien, das lange Zeit der weltweit größte Produzent und Exporteur von Öl war, über Reserven von rund 266 Milliarden Barrel Öl.

Venezuela meldete in den vergangenen Jahren wiederholt den Fund neuer Erdölvorkommen, die meisten Reserven davon in dem sogenannten Orinoco-Gürtel. Allein vor einem Jahr gab die Regierung in Caracas nach Entdeckungen weiterer Vorkommen die Erhöhung seiner Vorkommen um 23 Prozent bekannt.

Jahrelang galt die Ausbeutung der Reserven in der Orinoco-Region im Zentrum des Landes als zu kostspielig, doch seit dem Anstieg der Ölpreise stieg das Interesse ausländischer Ölfirmen. Vergangenes Jahr waren rund 30 Firmen aus 20 Ländern in der Region rund um den Orinoco-Fluss aktiv.

Saudis sprechen von Spekulation

Die tatsächliche Größe der Vorkommen in der Region ist jedoch international umstritten. Vergangenen Juli wies der frühere saudi-arabische Geheimdienstchef Prinz Turki el Faisal den Anspruch von Venezuelas Staatschef Hugo Chávez zurück, mehr Ölvorkommen als Saudi-Arabien zu haben. Er beziehe sich auf unbewiesene Reserven, es handele sich also um Spekulation.

Würde Saudi-Arabien alle vermuteten, aber nicht nachgewiesenen Ölvorkommen in seine Rechnung einbeziehen, hätten sie mehr als 700 Mrd. Barrel unter der Erde, sagte der Prinz.

Quelle: ntv.de, AFP