Wirtschaft
An der Wall Street gilt: Geld regiert die Welt.
An der Wall Street gilt: Geld regiert die Welt.(Foto: AP)
Donnerstag, 13. März 2014

Carola Ferstl im Interview: Von Sparschweinen und Bankern

Um die finanzielle Bildung von Kindern sollte es viel besser bestellt sein, sagt Moderatorin Carola Ferstl und engagiert sich deshalb im Rahmen der globalen "Learn Money Woche". Mit ihr sprach n-tv.de über Geldausgeben, Sparen - und über die wohl jüngste Bankerin der Welt.

n-tv.de: Sie kommen eben aus London zurück, wo die zweite Globale Learn Money Woche gestartet ist. Worum geht es?

Carola Ferstl: Wir wollen die Aufmerksamkeit für finanzielle Bildung von Kindern und Jugendlichen fördern. In dieser Woche finden überall Aktionen und Veranstaltungen rund um das Thema Geld statt. 16 Länder machen diesmal mit, von England, über die Türkei, Deutschland, Portugal, bis hin zu Südafrika und Nigeria. In den nächsten Tagen wollen wir rund 50.0000 Kinder erreichen und hoffen, ihre Begeisterung für das Thema zu wecken.

Welche Aktionen finden statt?

Das ist ganz unterschiedlich, in Deutschland richten wir uns beispielsweise an Grundschüler und bringen ihnen mit einem Sparschweinchen Themen wie Sparen, Investieren, Ausgeben und gutes Tun bei. In England richten sich die Programme an die Oberstufe. Bevor die jungen Leute die Schule verlassen, sollen sie unter anderem zumindest die Unterschiede zwischen Girokonto und Sparkonto kennenlernen. Und dass ein Kredit meist mehr kostet, als ein Sparguthaben Zinsen einbringt. Grundlegende, lebensnahe Beispiele. Dafür gehen eigens geschulte Trainer in die Schulen und unterrichten einen ganzen Vormittag lang direkt vor Ort.

Bei der Learn money Woche ist auch die jüngste Bankerin der Welt dabei. Wie wird man in so jungen Jahren schon Bankerin?

Carola Ferstl.
Carola Ferstl.(Foto: Privat)

Wir sind sehr stolz, dass die 14 jährige Benedicte aus der "St Martins in the Fields" Schule auf unserer Veranstaltung in London dabei war. Sie führt seit ein paar Monaten die Bank – online und offline – in ihrer Schule. Das wird sie jetzt ein ganzen Schuljahr lang machen. Jeden Freitag können ihre Schulkameraden bei ihr Geld einzahlen und auf ein Ziel sparen. Viele Kinder hatten bis jetzt gar keine Ahnung, was es heißt, Geld zurückzulegen. Bei dem Projekt Bank-in-a Box, das von unserem britischen Partner MYBANK durchgeführt wird, können sogar kleine Kredite für die Umsetzung von Geschäftsideen aufgenommen werden. Natürlich nimmt Benedicte das Geld nicht einfach mit nach Hause. Es wird sicher im Safe aufbewahrt.

Gibt es da auch bei uns?

Ich finde das Projekt großartig und werde es mit unserem Verein für Deutschland adaptieren. Wir sind hier gerade mit einigen Partnern im Gespräch. Denn die Kids, die ein ganzes Jahr sparen, sollen einen zusätzlichen Anreiz bekommen, indem sie neben dem Geld auch noch etwas Tolles gewinnen können. Spätestens im nächsten Jahr kommt die jüngste Bankerin dann vielleicht aus Deutschland.

Sind weitere Projekte für Deutschland geplant?

Oh ja, wir arbeiten an einigen Ideen. Auch über die fünf Tage der learn money Week hinaus wird es viele Initiativen geben. Das Thema ist zu wichtig, Mit den SOS Kinderdörfern und KPMG sind wir soeben eine Partnerschaft eingegangen und werden im Sommer bei der "Wissensolympiade" einen Finanztag durchführen. Sehr schön finde ich auch die Idee meiner türkischen Kollegin, der Journalistin und Moderatorin Ozlem Denizmen. Sie hat eine eigene TV Show, in der sie den Menschen finanzielle Bildung vermittelt. Nun möchte sie nach Deutschland kommen, um hier für unsere türkischen Mitbürger das Gleiche zu tun.

Quelle: n-tv.de