Wirtschaft

Die Zeichnungsfrist beginnt Williams will an die Börse

Der britische Formel-1- Rennstall Williams will mit einem Börsengang in Frankfurt seine Unabhängigkeit sichern. Anleger können bis voraussichtlich 28. Februar Aktien des zweiterfolgreichsten Konstrukteurs von Rennwagen der weltgrößten Sportwagen-Rennserie zeichnen.

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(Foto: REUTERS)

Der britische Williams-Rennstall will mit dem ersten Börsengang eines Formel-1-Teams etwa 40 Mio. Euro einsammeln. Gründer und Teamchef Frank Williams hatte den Schritt an die Frankfurter Börse am vergangenen Freitag offiziell gemacht. Der größte Teil der vom Mittwoch bis zum 28. Februar zum Verkauf stehenden Aktien soll von Mitgründer Patrick Head kommen, der nach Angaben Ende der Saison 2011 in den Ruhestand gehen will.

Frank Williams, der die Mehrheit an seinem 1977 gegründeten Rennstall behalten will, begründete den Börsengang damit, dass er die Unabhängigkeit des zweiterfolgreichsten Konstrukteurs der Sportwagen-Rennserie sichern wolle. "Mein Wunsch ist, dass das Team in guter Verfassung ist, um weiter Rennen zu fahren, auch wenn ich schon lange nicht mehr bin", sagte der 68-jährige, der seit einem Autounfall 1986 im Rollstuhl sitzt. 27,4 Prozent an Williams sollen den Investoren angeboten werden. Zuletzt lagen wohl 63 Prozent der Anteile bei Frank Williams und 27 Prozent bei Head. Seit 2009 hält der österreichische Rennfahrer und Investor Toto Wolff zehn Prozent.

Die Erstnotiz im schwach regulierten Entry Standard ist für 2. März geplant. Dort kann das Unternehmen weiterhin nach dem US-GAAP bilanzieren und muss nicht auf den IFRS-Standard umstellen. Unter dem in Deutschland gebräuchlichen IFRS müssten Einzelheiten der Sponsorenverträge publik gemacht werden. Die überraschende Entscheidung für den deutschen Aktienmarkt liege an der größeren Beachtung, die kleinere Werte hier fänden, hieß es. An die Börse begleitet wird Williams von der Bank am Bellevue und der Baader Bank.

Wichtigste Aufgabe werde es sein, die Anleger zu überzeugen, dass sich als Rennstall in der Formel 1 wirklich Geld verdienen lässt, sagte ein Banker. Dank langjähriger Sponsorenverträge könne Williams auf stabile Einnahmen und hohe Kapitalrenditen bauen. "Die Firma erfreut sich finanziell guter Gesundheit", hatte Chairman Adam Parr betont.

Doch bisher gilt die Rennsportserie als lukrativ vor allem für den Cheforganisator Bernie Ecclestone und den Finanzinvestor CVC, die die Betreibergesellschaft SLEC kontrollieren. Die Automobilhersteller, die die Rennsportserie dominieren, investieren teilweise dreistellige Millionenbeträge pro Jahr in die Sportwagen und deren Piloten.

Das Williams-Team aus dem britischen Grove hat zwischen 1980 und 1997 neunmal die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft gewonnen, der letzte Sieg in einem Rennen datiert allerdings von 2004.

Quelle: ntv.de, rts

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