Trotz internationaler SorgeWirtschaftsministerium erwartet keinen Mangel an Treibstoff

Teheran blockiert seit Monaten die für den Welthandel zentrale Straße von Hormus. Während unter anderem die Weltbank vor Engpässen im Sommer warnt, gibt sich die Bundesregierung optimistischer. Das Wirtschaftsministerium sieht keine Treibstoffknappheit.
Trotz anhaltender Spannungen um die Straße von Hormus gibt es laut Bundeswirtschaftsministerium hierzulande keine Knappheiten bei Treibstoffen. Derzeit gebe es keine physischen Knappheiten bei Kerosin oder anderen Rohöl- und Mineralölprodukten in Europa, sagte ein Sprecher in Berlin. Die Raffinerien produzierten weiter, betonte der Sprecher. Man habe die Lage aber im Blick und spreche mit Vertretern von Raffinerien, Gas- und Ölsektor, Mineralölwirtschaft und Luftfahrt.
Die deutsche Luftfahrt- und Tourismus-Industrie versicherte, dass Kunden im Sommer keine Flugausfälle wegen fehlenden Kerosins fürchten müssten. Man habe an den eigenen Drehkreuzen sowie an weiteren Flughäfen keine Anzeichen dafür, dass die Treibstoffversorgung im Sommer gefährdet sei, erklärte Lufthansa-Vorstandsmitglied Dieter Vranckx in einer Mitteilung. Ausbleibende Treibstoff-Lieferungen durch die Straße von Hormus würden durch Importe aus den USA und Afrika kompensiert. Zudem hätten europäische Raffinerien ihre Kerosin-Produktion auf das maximale Level hochgefahren.
Hintergrund der Sorgen ist der Konflikt um die wichtige Schifffahrtsstraße im Iran. Seit Kriegsbeginn Ende Februar blockiert der Iran die Straße von Hormus, durch die normalerweise rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggashandels abgewickelt wird. Teheran erhebt seit Anfang April nach eigenen Angaben eine Gebühr, wenn Tanker die Meerenge sicher durchfahren wollen. Die Blockade hat die Weltmärkte erschüttert und Öl- wie Spritpreise in die Höhe schießen lassen.
Ende März warnten der Internationale Währungsfonds (IWF), die Weltbank und die Internationale Energieagentur (IEA) vor einem Treibstoffmangel im Sommer. Derzeit würden die "weltweiten Ölvorräte in beispiellosem Tempo abgebaut, um den massiven Ausfall von Lieferungen durch die Straße von Hormus auszugleichen", erklärten die Organisationen in Washington. Wenn sich die Öltransporte nicht schnell normalisierten, drohten Risiken für die Treibstoffsicherheit und die gesamte Wirtschaft.