Wirtschaft

Rückwirkende Verbote geplant Zigaretten-Verordnung verärgert Tabaklobby

Müssen bald Milliarden Zigaretten eingestampft werden? Das könnte die Folge einer neuen Verordnung der Bundesregierung sein, die rückwirkend viele Zusatzstoffe verbieten soll. Die Branche ist verärgert.

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(Foto: dpa)

Die Bundesregierung versetzt die Zigarettenindustrie mit einer neuen Verordnung in Aufregung. Wie die "Bild am Sonntag" berichtet, sieht diese vor, mehrere Zusatzstoffe in den Glimmstängeln rückwirkend zu verbieten. Damit wären große Mengen der Zigaretten womöglich über Nacht illegal.

"Das ist ein ungeheuerlicher Vorgang", zitiert das Blatt den Chef des Deutschen Zigarettenverbands, Jan Mücke. Der Branche drohe nun ein Schaden im dreistelligen Millionenbereich, möglicherweise sogar in Höhe von einer Milliarde Euro. Verantwortlich für die neue Verordnung sei das Bundeslandwirtschaftsministerium. Das habe eine zweiseitige Liste mit Tabakzusatzstoffen vorgelegt, die rückwirkend zum 20. Mai verboten werden sollen. Dazu zählten pflanzliche Zutaten wie Salbei oder Thymian.

Noch sei die Verordnung aber nicht rechtskräftig. Bundesrat und EU-Kommission müssten erst noch zustimmen. Im Ministerium wehre man sich zudem gegen die Kritik aus der Zigarettenindustrie. Laut "BamS" sagte eine Sprecherin, dass die Branche schon im vergangenen November informiert wurde.

Gut ein Viertel der Über-15-Jährigen in Deutschland sind Raucher. Laut Zahlen des Statistischen Bundesamtes griffen 2013 insgesamt 24,5 Prozent aus dieser Altersgruppe zur Zigarette.

Quelle: ntv.de, vpe

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