Donnerstag, 02. April 2020Der Börsen-Tag

Heute mit Wolfram Neidhard
17:38 Uhr

US-Jobmarkt und Ölpreise: Dax quält sich zum Mini-Plus

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(Foto: dpa)

Erneute desaströse US-Arbeitsmarktdaten haben den europäischen Börsen heute zu schaffen gemacht. Die Zahl der Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe lag in der vergangenen Woche mit 6,6 Millionen doppelt so hoch wie der bisherige Rekordwert aus der Vorwoche. Analysten hatten mit 3,5 Millionen Erstanträgen gerechnet. Allerdings sorgten die stark steigenden Ölpreise für etwas Zuversicht. Eine möglicherweise bevorstehende Einigung zwischen den Förderländern Russland und Saudi-Arabien wäre nicht nur gut für den Sektor, sondern auch für die Stimmung insgesamt, denn die Angst vor Insolvenzen im Ölsektor hatte auch den Bankensektor schwer belastet.

In Frankfurt quälte sich der Dax erneut durch den Tag und schloss 0,3 Prozent höher bei 9571 Punkten. Der MDax kletterte um ebenfalls 0,3 Prozent auf 20.488 Zähler. Der TecDax gewann 1,0 Prozent auf 2563 Stellen. Mit dem EuroStoxx50 ging es um 0,1 Prozent auf 2682 Punkte nach oben.

Dax-Gewinner waren heute Siemens und Henkel mit je plus 3,2 Prozent. Schlusslicht im Leitindex waren MTU mit minus 5,8 Prozent.

17:13 Uhr

Airlines und Reisebüros in Bredouille - Gutscheine für Kunden?

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(Foto: dpa)

Die Bundesregierung will für Reiseunternehmen und Airlines wegen massenhafter Stornierungen wegen der Corona-Krise einen EU-weiten Verzicht auf die Rückerstattungspflicht erreichen. Stattdessen sollen die Kunden Gutscheine erhalten, die bis zum 31. Dezember 2021 eingelöst werden könnten.

Das sogenannte Corona-Kabinett beschloss, die EU-Kommission zu einer solchen europaweiten Regelung aufzufordern. Erstattungen innerhalb der üblichen Fristen von sieben Tagen für Flüge und 14 Tagen für Reisen soll es nur im Härtefall geben. Lösen Kunden die Gutscheine bis Ende 2021 nicht ein, sollen sie ihr Geld zurückbekommen.

Hintergrund ist, dass Fluggesellschaften, Reisebüros und Event-Veranstalter angesichts des wegbrechenden Geschäfts in der Corona-Krise Finanzierungsprobleme bekommen, wenn sie Kunden auch noch die Einnahmen für Tickets und Buchungen zurückerstatten müssen. Deshalb soll es für Kunden bei Pauschalreisen, die vor dem 8. März gebucht wurden, nur im Härtefall eine Geldüberweisung geben. Im Gegenzug sollen die Ansprüche der Kunden aber für den Fall einer Insolvenz des Reiseveranstalters geschützt werden.

17:00 Uhr

Lufthansa verlängert Rückkehrer-Flugplan bis in den Mai

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(Foto: REUTERS)

Die Lufthansa hat ihren Rückkehrer-Flugplan angesichts der weiterhin bestehenden Reisebeschränkungen bis zum 3. Mai verlängert. Damit werden auch alle noch bestehenden Flüge des ursprünglichen Flugplans zwischen dem 25. April und 3. Mai gestrichen, teilte das Dax-Unternehmen mit. Ursprünglich sollte der Rückkehrer-Flugplan bis zum 19. April gelten.

Auf dem Flugplan der Lufthansa stehen insgesamt 18 wöchentliche Langstreckenverbindungen: jeweils dreimal wöchentlich von Frankfurt nach Newark und Chicago (beide USA), Montreal (Kanada), Sao Paulo (Brasilien), Bangkok (Thailand) und Tokio (Japan). Die Flüge nach Johannesburg (Südafrika) mussten aufgrund behördlicher Vorgaben bis 16. April gestrichen werden. Darüber hinaus bietet die Lufthansa aus ihren Drehkreuzen Frankfurt und München noch rund 50 tägliche Verbindungen zu wichtigen Städten in Deutschland und Europa an.

16:30 Uhr

Thyssenkrupp-Vorstand verzichtet auf Geld und spendet

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Martina Merz und ihre Vorstandskollegen üben Verzicht.

(Foto: picture alliance/dpa)

In der Corona-Krise setzt der Vorstand von Thyssenkrupp auch ein Zeichen. Er verzichtet auf einen Teil seiner Bezüge. Damit wolle man "in dieser Krisensituation auch persönlich ein Zeichen setzen", sagte Personalvorstand Oliver Burkhard. Das gelte "ganz besonders, wenn wir jetzt Mitarbeitende in Kurzarbeit schicken müssen". Konzernchefin Martina Merz und die beiden anderen Vorstandsmitglieder verzichteten für die Monate Mai bis Juli auf zehn Prozent der festen Vergütung, hieß es im MDax-Unternehmen. Der Vorstand rief zudem über 1500 Führungskräfte auf, freiwillig einen ähnlichen Gehaltsverzicht zu leisten.

Thyssenkrupp hatte für seinen Stahlbereich Kurzarbeit für Tausende Beschäftigte angekündigt. Mit der IG Metall hat das Essener Unternehmen vereinbart, das Kurzarbeitergeld auf 80 Prozent aufzustocken. Die Hälfte des eingesparten Geldes bei den Vorstandsbezügen will der Essener Konzern an Einrichtungen und Initiativen in der Region spenden.

16:10 Uhr

Worauf Fondsanleger in der Corona-Krise achten sollten

Nach dem Corona–Crash sind viele Aktien deutlich billiger zu haben als noch vor einem Monat. Ist das jetzt vielleicht der geeignete Zeitpunkt, um in den Markt einzusteigen? Friedhelm Tilgen spricht mit Joachim Nareike von der Fondsgesellschaft Schroders über geeignete Strategien.

16:00 Uhr

Vollbremsung der US-Wirtschaft lässt Wall Street "erröten"

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Leere Straßen im Glücksspiel-Eldorado Las Vegas.

(Foto: dpa)

Die anhaltende Entlassungswelle in den USA im Zusammenhang mit der Corona-Krise macht Anleger nervös. In der Hoffnung auf eine Entspannung im Ölpreis-Krieg zwischen Saudi-Arabien und Russland griffen sie am Donnerstag aber bei Erdölwerten beherzt zu und bremsten die Talfahrt des Gesamtmarktes.

Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P-500 verloren zur Eröffnung bis zu 1,0 Prozent. Die Zahl der Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe lag in der vergangenen Woche mit 6,6 Millionen doppelt so hoch wie der bisherige Rekordwert aus der Vorwoche. Analysten hatten mit 3,5 Millionen Erstanträgen gerechnet. "Diese Zahlen sagen uns, dass die US-Wirtschaft eine Vollbremsung hingelegt hat", sagte Anlagestratege Gennadiy Goldberg von der Investmentbank TD Securities.

Gegen den Trend gewannen die Aktien von Ölkonzernen wie Exxon oder Chevron bis zu 4,2 Prozent. US-Präsident Donald Trump will zwischen Saudi-Arabien und Russland vermitteln, um die aktuelle Rohöl-Schwemme zu stoppen. Hiervon würden Börsianern zufolge vor allem die US-Schieferölproduzenten profitieren, da sie wegen des aufwendigen Fracking-Verfahrens erst ab einem Ölpreis von etwa 50 Dollar profitabel sind.

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15:39 Uhr

Boeing will Mitarbeiter loswerden - erst einmal mit Abfindung

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Der US-Flugzeugbauer Boeing legt angesichts der wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Krise ein Abfindungsprogramm auf. Das kündigte Boeing-Chef David Calhoun in einer Mitteilung an die Belegschaft an. Mitarbeiter sollten mit dem Abfindungspaket dazu ermutigt werden, den Konzern freiwillig zu verlassen. Damit solle die "Notwendigkeit" anderer Maßnahmen zur Reduzierung der Beschäftigtenzahl vermieden werden. Näheres werde in drei bis vier Wochen mitgeteilt.

Boeing hatte allerdings schon vor der Coronavirus-Pandemie wegen der Sicherheitsprobleme bei der Boeing 737 Max in einer schweren Krise gesteckt. Nach zwei Abstürzen von Maschinen dieses Typs wurde ein weltweites Flugverbot verhängt.

15:01 Uhr

US-Arbeitslosenhilfezahlen drücken Dax nach unten

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(Foto: picture alliance/dpa)

Die dramatischen Zahlen vom US-Arbeitsmarkt haben am Nachmittag auch auf den deutschen Aktienmarkt durchgeschlagen. Der Dax ergriff die Flucht nach unten und notierte 1,7 Prozent tiefer bei 9383 Punkten. Der EuroStoxx50 sank um 1,5 Prozent auf 2641 Stellen.

Während in Deutschland die Zahlung des Kurzarbeitergeldes die Entwicklung am Arbeitsmarkt positiv lässt, bezeichnet die Helaba die Arbeitsmarktlage in den USA als katastrophal. Auch wenn wegen unterschiedlicher Erhebungszeitpunkte im ADP- und im offiziellen Arbeitsmarktbericht die Stellenverluste noch moderat ausgewiesen werden, so sei doch im Verlauf mit einer Rekordarbeitslosigkeit in den USA zu rechnen.

14:44 Uhr

Negativrekord bei Anträgen auf US-Arbeitslosenhilfe

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(Foto: dpa)

In der Coronavirus-Krise schnellen die Anträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA auf historische Höchstwerte. In der vergangenen Woche stellten 6,65 Millionen Amerikaner einen entsprechenden Erstantrag, wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte. Analysten hatten lediglich mit 3,1 Millionen Anträgen gerechnet. In der Woche zuvor war bereits mit knapp 3,3 Millionen Anträgen der bisherige Höchststand von 1982 überboten worden.

Viele Ökonomen gehen davon aus, dass die US-Arbeitslosenquote von zuletzt 3,5 Prozent im Zuge der durch die Virus-Pandemie ausgelösten Entlassungswelle in die Höhe schießen wird: Führende Währungshüter der Notenbank Fed rechnen mit einem Anstieg auf zweistellige Werte.

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14:15 Uhr

Corona-Kontaktverbot in Vietnam legt Kaffeehandel lahm

Mit dem Beginn einer zweiwöchigen Kontaktsperre in Vietnam kommt auch der Handel mit Kaffeebohnen in dem weltweit zweitgrößten Anbauland zum Erliegen. Wegen der Coronavirus-Pandemie dürfen die Menschen in dem südostasiatischen Land seit Mittwoch nur zum Lebensmitteleinkauf oder in Notfällen vor die Tür. Der Handel liegt Marktteilnehmern zufolge deswegen brach.

In vielen Ländern werden die geernteten Kaffeebohnen von den Bauern bei Auktionen an Exporteure verkauft. Auch der anschließende Weitertransport der Ware wird zunehmend problematisch. "Bei der Verschiffung der Bohnen wird es zu Störungen kommen, denn es arbeiten momentan nur sehr wenige Hafenarbeiter", sagte ein Händler. Der Kaffeepreis legte heute um 1,9 Prozent zu.

14:02 Uhr

Altmaier befürchtet massiveren Konjunktureinbruch als 2009

Hier wieder eine Wasserstandsmeldung aus dem Bundeswirtschaftsministerium zur deutschen Konjunktur: Es rechnet wegen der Corona-Krise mit einer schweren Rezession in Deutschland.

Das Bruttoinlandsprodukt könnte in diesem Jahr stärker schrumpfen als während der Finanzkrise 2009, sagt Wirtschaftsminister Peter Altmaier. Damals war die Wirtschaft um 5,7 Prozent eingebrochen. Zu Jahresbeginn - also vor Beginn der Pandemie - war noch ein Wachstum von 1,1 Prozent erwartet worden.

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13:38 Uhr

Commerzbank-Aktie mit weiterem Sparpotenzial kräftig erholt

Die in den vergangenen Wochen arg geprügelte Commerzbank-Aktie hat sich heute kräftig erholt gezeigt. Am frühen Nachmittag stieg der Kurs um 3,5 Prozent. Aus technischer Sicht hat die Aktie nun den steilen Abwärtstrend gebrochen.

Die Aktionäre honorierten damit eine Meldung über weiteres Einsparpotenzial beim Geldhaus. Sollte die Bank dieses heben, könnte das die Profitabilität längerfristig deutlich stärken.

Commerzbank
Commerzbank 4,38

13:14 Uhr

In vielen Ländern wird massenhaft Bargeld gehortet

Euro-Münzen auf Euro-Banknoten. Foto: Daniel Reinhardt/dpa/Symbolbild

(Foto: Daniel Reinhardt/dpa/Symbolbild)

Die Corona-Krise führt in vielen Ländern zu deutlich steigender Bargeld-Nachfrage. Das berichtete das Münchner Traditionsunternehmen Giesecke + Devrient (G+D), einer der weltweit führenden Banknotenhersteller. Vermehrte Anfragen der Zentralbanken in dieser Hinsicht kommen unter anderem aus Osteuropa, wie Vorstandschef Ralf Wintergerst sagte.

Der Manager geht aber davon aus, dass zumindest ein Teil des Bargelds nicht zum Einkaufen genutzt, sondern von besorgten Bürgern gehortet wird. Gleichzeitig arbeiten nach Wintergersts Angaben die Zentralbanken Chinas und mehrerer anderer Länder an der Ausgabe digitaler Währungen - wobei dies nicht im Zusammenhang mit der Corona-Krise steht.

12:59 Uhr

S&P-Future grün - Wall Street wartet auf Arbeitsmarktdaten

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(Foto: REUTERS)

Nach dem schwachen Quartalsstart dürfte die Wall Street heute wohl einen Teil der Vortagesverluste wieder aufholen. Der Future auf den S&P-500 legt aktuell um 1,7 Prozent zu, nachdem der Index am Mittwoch um 4,4 Prozent eingebrochen war.

Für Entspannung sorgt unter anderem der deutliche Anstieg der Ölpreise, da sich nach Aussage von US-Präsident Donald Trump eine Lösung im Preiskampf zwischen Saudi-Arabien und Russland abzeichnen könnte. Trump hatte zuvor mit beiden Seiten gesprochen. Daneben hat die US-Notenbank Fed die Kapitalvorgaben für die Banken vor dem Hintergrund der Entwicklungen in der Coronavirus-Pandemie vorübergehend gelockert. Damit soll sichergestellt werden, dass die Banken während des Abschwungs weiter Kredite an Verbraucher und Unternehmen vergeben.

Die negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die US-Wirtschaft dürften sich in den vor der Startglocke anstehenden wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe erneut zeigen. Die Ökonomen von Goldman Sachs rechnen hier mit einem Anstieg um 6 Millionen - das wäre fast doppelt so viel wie die in der Vorwoche vermeldete Rekordzunahme.

12:40 Uhr

Analysten: Airbus-Papier jetzt technisch haltenswert

Airbus
Airbus 82,00

Wie steht es in diesen Tagen eigentlich um Airbus? Mit dem Aktienkurs des Flugzeugbauers sah es heute bislang gut aus - er stieg kurz nach Mittag um 4,3 Prozent auf 54,55 Euro.

Nachdem der Kurs noch im Februar auf ein neues Allzeithoch von 139,40 Euro gestiegen war, ging er im Anschluss in einen regelrechten "Sturzflug" über, so die Analysten von Commerzbank Technical Analysis and Index Research. Dabei sei die Aktie auf die langfristige Unterstützungszone bei 50 bis 48 Euro zurückgefallen.

Hier sei nun eine volatile Stabilisierung möglich. Deshalb werde die Airbus-Aktie auf "technisch Halten" von "technisch Verkaufen" hochgestuft. Dabei empfehlen die Analysten einen Sicherungs-Stopp bei 47 Euro.

12:16 Uhr

Trump macht den Vermittler - Ölpreise schnellen hoch

Die Hoffnung auf eine Schlichtung im Streit zwischen Russland und Saudi-Arabien durch die USA hat die Ölpreise kräftig steigen lassen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verteuerte sich um bis zu 12,7 Prozent auf 27,88 Dollar. Leichtes US-Öl WTI kostete mit 22,55 Dollar in der Spitze 11 Prozent mehr.

US-Präsident Donald Trump bemüht sich um Vermittlung. Er habe mit den Staatschefs der beiden Ölländer gesprochen und gehe davon aus, dass sie sich bald einigen dürften.

  • "Ich glaube, sie werden einen Deal machen", sagte Trump. Weltweit sei die Ölindustrie verwüstet worden. Das sei sehr schlimm für Russland und für Saudi-Arabien.
11:54 Uhr

Dax hält die Stellung - leichtes Plus

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(Foto: imago images/Lars Berg)

Ist das die Ruhe vor dem Sturm? Der Dax hat sich am Vormittag insgesamt wacker geschlagen, es gab einen kurzen Ausflug in den negativen Bereich. Zweieinhalb Stunden vor den US-Arbeitsmarktdaten notierte der Frankfurter Leitindex knapp im Plus - 0,1 Prozent auf 9553 Punkte. Der EuroStoxx50 verharrte mit 2679 Stellen auf Vortagesniveau.

Starke Zugewinne verbuchten Deutsche Bank mit plus 4,8 Prozent. Auch BMW nahmen Fahrt auf und verteuerten sich um 2,6 Prozent. Dax-Schlusslicht waren MTU mit minus 2,6 Prozent.

11:45 Uhr

Stark steigende Arbeitslosenzahl in Spanien

In Spanien ist die Zahl der Arbeitslosen in Folge der Corona-Krise stark gestiegen. Im März hätten sich mehr als 302.000 Menschen zusätzlich arbeitslos gemeldet, teilte das Arbeitsministerium in Madrid mit. Spanischen Medienberichten zufolge ist dies der stärkste jemals registrierte Anstieg in der Arbeitslosenstatistik. Damit hätten seit dem 12. März fast 900.000 Spanier ihren Job verloren.

Die Mitte März in Spanien verhängte Ausgangssperre und weitgehende Lahmlegung des öffentlichen Lebens hat das Wachstum der viertgrößten Volkswirtschaft der Eurozone bereits gebremst. Spanien ist mit mehr als 9000 Todesfällen eines der weltweit am stärksten von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Länder.

11:22 Uhr

Aldi lässt in Sonderzügen Pasta aus Italien kommen

Der Discounter Aldi lässt rund 200 Tonnen Pasta aus Italien kommen und setzt dafür Sonderzüge von der Bahn-Tochter DB Schenker ein. Wegen des Corona-Virus seien die Lieferketten unter Druck und zugleich steige die Nachfrage nach haltbaren Lebensmitteln wie Nudeln, teilt Aldi Süd mit.

Der Nachschub sei gesichert, weitere Lieferungen auf dem Weg. "Für Nudeln-Hamstern gibt es also keinen Grund", heißt es.

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11:03 Uhr

Turkish Airlines fliegt bis Anfang Mai nicht

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(Foto: imago images / JOKER)

Die Fluggesellschaft Turkish Airlines hat ihren weitgehenden Flugstopp wegen der Coronavirus-Krise bis Mai verlängert. Bis auf wenige Inlandsflüge ruhe der Flugverkehr bis 1. Mai, teilte das halbstaatliche Unternehmen mit. Die Maßnahme galt zuvor bis 17. April. Den Flugverkehr nach Deutschland hatte die Türkei am 21. März eingestellt.

Die Regierung in Ankara hatte bislang mehr als 15.000 Coronavirus-Fälle gemeldet. Nach offiziellen Angaben starben 277 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19, die durch das Virus ausgelöst wird. Am stärksten betroffen ist die Millionenmetropole Istanbul.

10:18 Uhr

Coronavirus sorgt für Streichorgie bei Dividenden

Weniger oder gar keine Gewinnbeteiligung, verschobene Hauptversammlungen und Turbulenzen an den Börsen: Die Corona-Krise macht Aktionären zu schaffen und beendet den Dividenden-Boom nach fünf Rekordjahren in Folge. Im besten Fall werden die 160 Firmen der Börsenindizes Dax, MDax und SDax für 2019 einer Studie zufolge in der Summe gut 44 Milliarden Euro an ihre Anteilseigner überweisen - das sind rund 14 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Zum Beispiel hat die Commerzbank bereits angekündigt, die geplante Mini-Dividende von 15 Cent je Anteilsschein für das Geschäftsjahr 2019 angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten infolge der Coronavirus-Pandemie zu streichen. Die Deutsche Bank plante nach einem Milliardenverlust wegen des Konzernumbaus ohnehin keine Ausschüttung.  Es gibt aber auch positive Nachrichten: Spendabel zeigen sich beispielsweise die Versicherer Allianz und Münchner Rück, die der Auswertung zufolge die Dividende erhöhen wollen.

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09:54 Uhr

Commerzbank spart noch kräftiger

Die schwierige Lage erfordert weitere einschneidende Maßnahmen: Die Commerzbank kommt wohl bei der Suche nach weiteren Sparmöglichkeiten gut voran. Die Beratungsgesellschaft Bain & Company hat ein zusätzliches Einsparpotenzial von 350 Millionen Euro ausfindig gemacht, wie die "Wirtschaftswoche" unter Berufung auf Insider berichtete. Insgesamt sollen demnach die Kosten um weitere 500 Millionen Euro gesenkt werden. Das Geldhaus gab keine Stellungnahme zu dem Bericht ab.

Der seit der Finanzkrise teilverstaatlichte MDax-Konzern hatte bereits im Februar angekündigt, den Sparkurs verschärfen zu wollen. Allerdings hatte er damals noch keinen konkreten Betrag genannt. Das neue Sparziel soll spätestens bei der Präsentation der Halbjahreszahlen im August vorgestellt werden.

Commerzbank
Commerzbank 4,38

09:35 Uhr

An deutschen Flughäfen herrscht gespenstische Stille

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So sieht es derzeit auf dem Airport in Berlin-Tegel aus.

(Foto: REUTERS)

An den größeren deutschen Flughäfen gibt es wegen der Corona-Krise kaum noch Starts und Landungen. In der letzten März-Woche ist die Zahl der abgefertigten Passagiere auf nur noch knapp 206.000 abgesunken, wie der Flughafenverband ADV mitteilte. Das entspricht noch 5 Prozent des Wertes aus dem Vorjahr. Deutlich geringer fiel der Rückgang bei der Fracht aus, deren Volumen in der genannten Woche nur um 20,4 Prozent unter dem Vorjahreswert lag.

Zur öffentlichen Daseinsvorsorge würden dennoch alle Flughäfen im Betrieb gehalten, erklärte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. Dringend benötigte Krankentransporte sowie Fracht- und Rückholflüge könnten weiterhin problemlos abgewickelt werden.

09:19 Uhr

Coba-Experten erwarten gruselige Daten zu US-Arbeitslosenhilfe

Die Volkswirte der Commerzbank sind im Hinblick auf die Entwicklung des US-Arbeitsmarkts deutlich pessimistischer als der Durchschnitt der Kollegen. Für die am Nachmittag anstehenden Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe erwartet sie einen Anstieg von 3,3 auf 5 Millionen. Experten prognostizieren dagegen einen Rückgang auf 3,1 Millionen.

Bisher seien von der Krise vor allem Branchen wie Tourismus oder Restaurants betroffen gewesen, doch inzwischen berichteten Personaldienstleister sogar von einer rückläufigen Nachfrage nach Arbeitskräften in normalerweise wenig konjunktursensiblen Bereichen wie Gesundheitswesen und Erziehung, sagten die Coba-Analysten.

09:06 Uhr

Überraschung in Frankfurt: Dax startet mit Plus

Dax
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Der deutsche Aktienmarkt hat in den ersten Minuten für eine Überraschung gesorgt und ist mit Zugewinnen in den Handelstag gestartet. Der Dax gewann 0,4 Prozent auf 9580 Punkte. Der MDax kletterte um 0,8 Prozent auf 20.611 Zähler, der TecDax um 0,7 Prozent auf 2555 Stellen. Mit dem EuroStoxx50 ging es um 0,6 Prozent auf 2699 Punkte nach oben.

Allerdings gibt es heute wichtige Konjunkturdaten - vor allem aus den USA. Dort stehen die Daten zur Arbeitslosenhilfe auf der Agenda, diese verheißen nichts Gutes.  

08:47 Uhr

Nikkei wieder schwach - unter 18.000er-Marke

Die Furcht vor steigenden Coronavirus-Opfern in den USA treibt die Anleger in Asien um. Vor den jüngsten Daten zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe wagten sich Investoren nicht aus der Deckung. In Tokio ging der Nikkei 1,4 Prozent schwächer bei 17.819 Punkten aus dem Handel.

Nikkei
Nikkei 22.863,73

08:40 Uhr

Audi macht kräftige Bremsung in den USA

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(Foto: picture alliance / Marijan Murat)

Auch Audi hat auf dem US-amerikanischen Markt im ersten Quartal einen herben Einbruch beim Absatz hinnehmen müssen. Die Verkäufe der Ingolstädter VW-Tochter sanken in den ersten drei Monaten im Jahresvergleich um 14 Prozent auf 41.367 Autos. Die Coronavirus-Pandemie sorgte ab März auch in den USA für stillstehende Fabriken und geschlossene Autohändler. In den ersten beiden Monaten habe Audi aber 13 Prozent mehr Fahrzeuge verkauft als ein Jahr zuvor, hieß es.

Auch die VW-Kernmarke Volkswagen Pkw sowie Porsche und BMW hatten die Auswirkungen der Krise im ersten Quartal zu spüren bekommen.

08:29 Uhr

Rocket Internet spürt schon Corona-Auswirkungen

Rocket Internet
Rocket Internet 18,43

Der Startup-Inkubator Rocket Internet hat im abgelaufenen Geschäftsjahr Umsatz und Gewinn gesteigert. Unter anderem half hier ein signifikant verbessertes Finanzergebnis. 2019 betrug der den Aktionären zuzurechnende Gewinn 285,4 Millionen Euro nach 201,4 Millionen im Vorjahr. Der Nachsteuergewinn verbesserte sich auf 280 Millionen von 196. Den Umsatz steigerte der Konzern auf 67,3 Millionen Euro von 44,5 Millionen.

Im laufenden Jahr erwartet das Berliner MDax-Unternehmen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das eigene Geschäft.

  • "Die negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Weltwirtschaft und das Geschäftsjahr 2020 sind derzeit noch nicht konkret abschätzbar, allerdings ist jetzt schon erkennbar, dass sie sich in den kommenden Monaten und Quartalen auch auf Unternehmen in unserem Netzwerk negativ auswirken werden", sagte Konzernchef Oliver Samwer.

Rocket Internet verfügte laut Mitteilung zum 31. März 2020 über liquide Mittel in Höhe von netto 2,1 Milliarden Euro.

07:57 Uhr

Tech-Investor will jetzt doch keine Anteile von Wework kaufen

Das japanische Beteiligungsunternehmen Softbank macht einen Rückzieher beim Büroflächenvermieter Wework. Das Angebot zum Kauf von Aktien an dem US-Unternehmen von dessen Anteilseignern für 3 Milliarden US-Dollar werde zurückgezogen, teilten die Japaner mit. Bestimmte Bedingungen, die an den Kauf der Anteilsscheine geknüpft waren, seien nicht erfüllt worden. Auf das Geschäft von Wework selbst habe der Rückzug keine Auswirkungen.

Einer der Gründe für den Rückzug ist laut Softbank, dass nach der Vereinbarung zum Kauf der Aktien im Oktober 2019 inzwischen straf- und zivilrechtliche Ermittlungen aufgenommen worden seien. Zudem leide Wework unter den Beschränkungen seitens der Behörden nach Ausbruch der Pandemie. Softbank sieht sich sofort von dem Rückzug bei Wework profitieren: Der erwartete Verlust aus dem Kauf der Wework-Aktien werde nun nicht mehr in der Bilanz zu verarbeiten sein.

07:23 Uhr

Dax nimmt US-Daten in den Blick

Dax
Dax 12.847,68

In Erwartung weiterer US-Konjunkturdaten wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge mit erneuten Verlusten starten. Am Mittwoch hatte er wegen wieder aufgeflammter Rezessionsängste 3,9 Prozent auf 9544 Punkte eingebüßt. Ihr Hauptaugenmerk richten Börsianer auf den US-Arbeitsmarkt.

Experten rechnen wegen der Coronavirus-Pandemie für die abgelaufene Woche mit 3,5 Millionen Erstanträgen auf US-Arbeitslosenhilfe. Dies würde den Rekordwert der Vorwoche von knapp 3,3 Mio. toppen. Daneben stehen die US-Industrieaufträge auf dem Terminplan. Allerdings spiegeln sich in den Februar-Zahlen die aktuellen Beschränkungen des öffentlichen Lebens nicht wider.

07:22 Uhr

Ölpreise ziehen an

Die Ölpreise ziehen im asiatisch dominierten Geschäft kräftig um bis zu 6 Prozent an. Bereits nach dem US-Settlement am Vorabend hatte die Erholung eingesetzt, nachdem die Preise zuvor unter deutlich gestiegegen US-Lagervorräten noch gelitten hatten.

Für den nun zu beobachtenden Auftrieb sorgen Aussagen von US-Präsident Donald Trump, wonach er in den nächsten Tagen damit rechnet, dass im Streit zwischen Saudi-Arabien und Russland um die Ölförderung eine Einigung gefunden wird. Beide Länder litten schließlich unter dem Absturz der Ölpreise.

Trump hatte zuvor mit beiden Seiten gesprochen. Am Mittwoch hatte es von saudischen Bematen geheißen, Saudi-Arabien steigere seine Ölförderung und erhöhe die Produktionskapazität. Außerdem heuere es neue Tanker an, um seinen Preiskampf mit Russland trotz des Nachfragerückgangs aufgrund der Coronavirus-Pandemie zu führen. Der Streit mit Russland war ausgebrochen, weil sich beide Seiten nicht auf eine Senkung der Ölförderung zur Stützung der Ölpreise einigen konnten.

06:59 Uhr

Boeing will Belegschaft mit Abfindungen ausdünnen

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Der Flugzeughersteller Boeing will angesichts der Corona-Krise offenbar seine Belegschaft über freiwillige Maßnahmen ausdünnen. Geplant seien Frühverrentungen und Abfindungsangebote, berichten mehrere Informanten. Eine konzerninterne Information darüber soll es bereits an diesem Donnerstag geben. Boeing hatte bereits angekündigt, einen Einstellungs- und Überstundenstopp zu verhängen, um die eigenen Finanzen zu schonen.

Viele Fluggesellschaften halten derzeit ihre Flotte wegen der grassierenden Pandemie teils am Boden und versuchen, die Auslieferung neuer Maschinen zu verschieben. Boeing hat eine Belegschaft von 160.000 Mitarbeitern, hat aber auch in der Krise rund um das Pannenflugzeug 737 Max bislang auf Kündigungen verzichtet.

06:34 Uhr

Trump-Warnung verschreckt asiatische Anleger

Die asiatischen Aktien fallen den zweiten Tag in Folge. Die Ankündigung des US-Präsidenten Donald Trump, dass die kommenden zwei Wochen "schwierige Tage sind für unsere Nation", sowie hohe Schätzungen bezüglich der Todesraten in den USA infolge des Coronavirus ließen die Anleger zurückschrecken. Trump hatte zunächst die Schwere des Virus heruntergespielt, aber medizinische Experten des Weißen Hauses prognostizieren nun, dass selbst wenn die Amerikaner beispiellosen Hausaufenthaltsanweisungen folgen, etwa 100.000 bis 240.000 Menschen an der Atemwegserkrankung sterben könnten.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte, die Zahl der weltweiten Fallzahlen klettere in den nächsten Tagen auf eine Million und die Zahl der Todesopfer werde sich auf 50.000 belaufen. Sie liegt derzeit bei 43.412. "Die neue Ton aus dem Weißen Haus hat einige der optimistischsten Händler verunsichert", sagte Michael McCarthy, Chefstratege beim Brokerhaus CMC Markets in Sydney.

Nikkei
Nikkei 22.863,73

"Die Frage, ob der US-Index die Tiefstwerte vom März erreichen oder übertreffen wird, wird heute das Thema an den Börsen sein", sagte Chris Weston, Forschungsleiter beim Melbourner Brokerpepper Pepperstone. Die Börse in Tokio hat sich zunächst schwächer gezeigt. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 0,9 Prozent tiefer bei 17.911 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 0,5 Prozent und lag bei 1344 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 0,3 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewann 0,3 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans fiel um 1,5 Prozent.