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Wochentrend Gemischtes Bild

Von Andreas Otto, Technischer Analyst von Wagner Wertpapierhandelshaus GmbH

Die europäischen Aktienindizes gingen gemischt, die meisten jedoch mit einem positiven Unterton aus der Freitagssitzung. Für die US-Aktienmärkte traf dies allerdings nicht zu. Anleger trennten sich vor dem Wochenende von Papieren, was nach einer freundlichen Eröffnung am Ende zu kleineren Verlusten in S&P 500, Dow Jones Index und den NASDAQs führte. Doch selbst hier fällt das Fazit für die Vorwoche eher positiv aus. Nach dem gewalttätigen Einbruch in den letzten Februartagen fanden die Indizes nun zur Stabilität zurück. Aufgeholt wurden die Verluste zwar nicht, doch die Abwärtstrends in fast allen großen Indizes (Ausnahme ist der italienische MIB 30) wurden vorerst gestoppt.



In den Tagescharts herrschen nunmehr breite Konsolidierungszonen vor. Die Gefahr einer Wiederaufnahme des Abschwungs ist damit jedoch noch nicht gebannt. Der Wochenschluss oberhalb des letzten Verlaufstiefs, das schwindende Abwärtsmomentum und die Tatsache, dass die jüngsten Verlaufstiefs ihre vorangegangenen nur geringfügig unterschritten, eröffnen aber zumindest aus charttechnischer Sicht die Möglichkeit einer Bodenbildung.

Langfristig, d. h. auf Wochenbasis und bis in das Jahr 2003 zurück, bleiben die Aufwärtstrends intakt. Der EuroStoxx 50 hat beispielsweise seine primäre Aufwärtstrendlinie noch nicht einmal erreicht. Die Kehrseite ist hier das weitere Abwärtspotential bis auf 3750 hinunter, sollte der Euro Stoxx 50 die 3900 nachhaltig unterschreiten.



Der Blick nach Asien zeigt, dass sich die Stabilisierungstendenz auch dort fortsetzt. Der Nikkei liegt bei 17009 am heutigen Montag deutlich über dem Vorwochenschluss.

Alles in allem ergibt sich zum Wochenauftakt ein freundliches, wenn auch nicht uneingeschränkt bullishes Bild für Europas Aktienmärkte. Der DAX sollte davon profitieren. Aus strategischer Sicht sind die Kastanien allerdings noch lang nicht aus dem Feuer geholt. Bis zu einer bestätigten Bodenformation, also bis zu einem Tagesschluss deutlich über dem letzten Verlaufshoch im Abwärtstrend, bleibt die Wahrscheinlichkeit für die Fortsetzung des mittelfristigen Abwärtstrends sogar höher als die für eine Trendumkehr nach oben.



DAX

Widerstände: 6746 / 6771 (O), 6849 / 6864 (O), 6925 / 6928 (O);

Unterstützungen: 6437 (u);

O=Orientierungsmarke, u = untergeordnet, ü = übergeordnet;

Wie die allermeisten internationalen Indizes erholte sich auch der DAX zum Ende der letzten Woche hin. Positiv ist die relative Stärke, die der deutsche Index im Vergleich zu einigen europäischen Nachbarn und zum Euro Stoxx 50 an den Tag legte. Im Gegensatz zu denen unterschritt der DAX sein Verlaufstief von Anfang März nicht mehr. Im Großen und Ganzen gilt jedoch auch hier die gleiche Einschätzung wie für die internationalen Indizes.

Mit seinem jüngsten Aufwärtsimpuls schloss der DAX fast das letzte Woche gerissene Gap. Zwischen 6437 und 6752 formte sich nun ein Konsolidierungsbereich heraus, in dessen Mitte sich der Index aktuell befindet. Kurse deutlich oberhalb der 6752 (FDAX: 6756) würden einen mittelfristigen Doppelboden vollenden und damit ein starkes Signal setzen. Bis zu einem neuen Mehrjahreshoch bestände allerdings selbst in diesem Fall noch die Möglichkeit einer langfristig bearishen Doppelspitze.

Ein Fall unter die 6437 (FDAX: 6421.5) würde dagegen den Abwärtstrend mit einem weiteren Bein fortsetzen. Unterstützung gäbe es dann erst auf Höhe 6200 (Doppeltief vom November/Dezember 2006) bzw. 6300 (ansteigende Trendlinie).

Für den heutigen Handelstag stehen die Sterne zunächst nicht schlecht. Die Vorgaben aus Asien und die markttechnische Verbesserung (Indikatoren zeigen abnehmende Schwungkraft auf der Unterseite und den weiteren Abbau der mittelfristig überverkauften Situation an) sind gute Voraussetzungen für einen festen Vormittagshandel.

Die auf dieser Seite enthaltenen Angaben stellen keine Anlageberatung dar. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung des Verfassers wieder, die nicht notwendigerweise der Meinung der Wagner Wertpapierhandelshaus GmbH entspricht. Alle Meinungen können ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Angemessenheit der auf dieser Seite enthaltenen Angaben oder Einschätzungen wird keine Gewähr übernommen.

Quelle: ntv.de

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