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Deutsche Nebenwerte Schöne Nebensache

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(Foto: REUTERS)

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Laut RCM-Research sind „Small Caps“ Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung zwischen 200 Millionen und 4 Milliarden Euro. 42,0 Prozent aller Unternehmen im MSCI World gehören dazu, bringen es aber nur auf 10,0 Prozent des Kapitals. Eine unerkannte Größe. Gerade acht Analysten gibt es nach Angaben von Bloomberg für jedes der 50 Unternehmen aus dem SDax. Beim Dax-30 sind es fünfmal so viele. Dabei gäbe es viel zu berichten.

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Der MSCI Germany Small Caps hat über fünf Jahre eine Rendite von +3,46 Prozent p.a. erzielt. 0,41 Prozentpunkte mehr als der MSCI Germany und 3,66 Prozentpunkte mehr als der MSCI World. Vor-und Nachteile von Nebenwerten liegen dicht bei einander: Nach Krisen kommen die Werte schnell auf die Beine. Im Schnitt konnten Small Caps seit 1975 sechs Monate nach einer Rezession rund +25,0 Prozent wachsen. Große Unternehmen knapp +10,0 Prozent. Was schnell steigt, kann auch schnell fallen. Gesellschaften mit niedrigem Börsenwert können weniger liquide sein, also eher Übernahmekandidaten werden. Eine höhere Volatilität ist die Folge.

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Über fünf Jahre wich der MSCI Germany Small Cap 25,14 Prozent jährlich vom Kursmittelwert ab. Der MSCI World im gleichen Zeitraum 15,67 Prozent. Nebenwerte sind stärker von der konjunkturellen Entwicklung betroffen. Im Euro Stoxx Small liegt der Anteil zyklisch-wertorientierter Grundindustrien bei rund 32,0 Prozent. Defensive Titel wie Versorger spielen mit rund 1,0 Prozent eine untergeordnete Rolle. Im Euro Stoxx Large machen die Sektoren jeweils rund 16,0 Prozent aus. Generell schneiden Small Caps in Marktphasen, in denen der Risikoappetit der Anleger zunimmt, besser ab. Denn die Titel entgelten höheres Risiko am Kapitalmarkt.

Eine Untersuchung von Ibbotson Associates zeigt: Im 80-Jahreszeitraum von 1925 bis 2005 konnten Small Caps durchschnittlich eine Rendite von +12,60 Prozent p.a. erwirtschaften, 2,20 Prozentpunkte mehr als Large Caps, welche 10,4 Prozent pro Jahr abwarfen. Vor allem die geringen Ausgangsgrößen führen dazu, dass als „Rising Stars“, „Phönix aus der Asche“ oder „Gefallene Engel“ kategorisierte Unternehmen höhere Wachstumsraten aufweisen können als die Großen. Fazit: Nebenwerte. Schöne Nebensache. Streuung gewünscht.

 

Quelle: n-tv.de