Marktberichte

"Sicherer Hafen" ist gefragt Angst schürt Gold-Hausse

Griechenland-Krise, US-Konjunktursorgen - mehr brauchen die Anleger nicht, um sich wieder nach Sicherheit für ihre Investitionen zu wünschen. Hauptprofiteur - wie sollte es anders sein - ist Gold. Der Preis für das Edelmetall klettert deutlich.

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(Foto: REUTERS)

Kursverluste an den US-Aktienbörsen haben Anleger am Mittwochnachmittag verstärkt in den "sicheren Hafen" Gold getrieben. Das Edelmetall machte seine Anfangsverluste wett und stieg um bis zu 0,7 Prozent auf 1533,24 Dollar je Feinunze. Der US-Standardwerteindex Dow Jones fiel zur Eröffnung des Handels an der Wall Street um bis zu 1 Prozent auf 11.955 Punkte, nachdem Konjunkturdaten eine Abkühlung der weltgrößten Volkswirtschaft bei gleichzeitig anziehender Inflation signalisiert hatten.

Gold, Feinunze
Gold, Feinunze 1.503,69

Experten gehen davon aus, dass gerade der Goldpreis langfristig weiter steigen sollte. "Die europäische und die amerikanische Schuldenkrise werden weiterhin sehr kritisch beäugt", sagte David Thurtell, Analyst bei der Citi. Hinzu komme, dass Chinas wachsender Mittelstand nicht genug von dem gelben Metall bekommen können.

Kupfer und Silber billiger

Der Kupferpreis baute seine Verluste nach einem überraschend schwachen New Yorker Konjunkturindex aus. Das Industriemetall verbilligte sich um 0,5 Prozent auf 9128 Dollar, nachdem es zuvor bei 9155 Dollar notiert hatte. Der Index für das Verarbeitende Gewerbe brach auf minus 7,79 Punkte von plus 11,88 Zählern im Mai ein. Analysten hatten dagegen mit einem Anstieg auf plus 12,50 Punkte gerechnet. Silber gab um knapp ein Prozent auf 35 Dollar je Feinunze nach.

Ölpreis profitiert noch

Öl, Light Sweet Crude
Öl, Light Sweet Crude 58,77
Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,11

Der überraschend deutliche Rückgang der US-Lagerbestände dem Ölpreis noch Auftrieb. Die US-Sorte WTI machte ihre Verluste wett und verteuerte sich um 0,3 Prozent auf 99,73 Dollar je Barrel. Das Nordsee-Öl Brent verringerte sein Minus und notierte nur noch 1,2 Prozent schwächer bei 118,70 Dollar.

Verantwortlich für den Rückgang sei vor allem die geringere Nachfrage bei den Destillaten, sagte Rohstoff-Experte John Kilduff vom Anlageberater Again Capital. Dies decke sich mit anderen Konjunktur-Indikatoren, die auf eine Abkühlung hindeuteten. Daher bezweifle er, dass WTI seine aktuellen Kursgewinne halten könne. Nachfolgend die vom US-Energieministerium (EIA) ermittelten US-Öllagerbestände vom Mittwoch. Alle Angaben in Millionen Barrel (159 Liter):

Nachfrage bleibt aber verhalten

Die Enttäuschung über den ergebnislosen Ausgang des Treffens der Euro-Finanzminister am Dienstag lastete auf dem Euro und schürte laut Händlern auch Sorgen um die Entwicklung der europäischen Wirtschaft. Höhere Benzinvorräte in den USA ließen Händler zudem an der Nachfrage des Top-Öl-Verbrauchers zweifeln. "Die Nachfrage nach Ölprodukten ist weiterhin verhalten, was einem weiteren Lagerabbau bei Rohöl entgegenstehen dürfte", schrieben die Analysten der Commerzbank in einem Kommentar.

Quelle: n-tv.de, AFP/DJ/rts

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